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Neues aus dem All

2011

"40 Jahre Radioteleskop Effelsberg"

Seit dem Jahr 2001 bieten wir in Bonn eine Vortragsreihe mit astronomischen Vorträgen an.

Die Vorträge finden im allgemeinen mittwochs im Deutschen Museum Bonn [Ahrstraße 45, direkt im Gebäude des Wissenschaftszentrums] statt und beginnen um 19:00 Uhr.

Das Programm für das Jahr 2011 ist auf das 40jährige Jubiläum des Radioteleskops Effelsberg ausgerichtet, das am 12. Mai 1971 mit einem Festakt eingeweiht wurde.

Die Vortragsreihe ist eine gemeinsame Veranstaltung des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie, des Argelander-Instituts für Astronomie der Universität Bonn und des Deutschen Museums Bonn.

Radioastronomie vor 40 Jahren – Der Weg zum 100m-Teleskop

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Prof. Dr. Richard Wielebinski

Max-Planck-Institut für Radioastronomie, Bonn

Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern begann die Radioastronomie in Deutschland spät. Ein Grund dafür waren die Einschränkungen der Entwicklung von Funkmesstechnik nach dem zweiten Weltkrieg durch die Allierten. Zunächst begannen kleine Observatorien an den Universitäten in Kiel und Tübingen mit radioastronomischen Beobachtungen. Auch in Berlin-Adlershof (Heinrich-Hertz-Institut, HHI) wurde 1946 mit der Radioastronomie begonnen. Von der Regierung Nordrhein-Westfalen unterstützt, entstand 1956 das 25-m-Radioteleskop auf dem Stockert. 1962 plädierte eine "Denkschrift zur Lage der Astronomie" für die Einrichtung eines großen Radioteleskops.

Der Bau der Berliner Mauer in 1961 führte dazu, dass Prof. Dr. Otto Hachenberg, der Direktor des HHI, nach Bonn wechselte. Hachenberg begann sofort mit der Planung eines Radioteleskops von 80 bis 90 m Durchmesser mit guter Oberflächengenauigkeit. Erfahrungen in Adlershof und am Stockert führten in Zusammenarbeit mit den Firmen Krupp und MAN zu einem Entwurf, der Geschichte machen sollte. Der Entwurf der Firma Krupp hat die Erwartungen der Radioastronomen übertroffen. Es sollte ein 100-m-Radioteleskop werden und sogar bei der kurzen Wellenlänge von 1 cm noch effizient arbeiten. Grund für diesen Wunsch der Astronomen nach kurzen Wellenlängen war die sprunghafte Entwicklung der Radio-Spektroskopie. Ein Gelände im tiefen Tal wurde bei Effelsberg, nahe Bad Münstereifel, gefunden. In dieser Tallage können wir Radio-Störungen vermeiden. Die Max-Planck-Gesellschaft hat mit der Gründung des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie die Trägerschaft für Effelsberg übernommen. 1971 war es so weit, wir erlebten die Eröffnung des größten vollbeweglichen Radioteleskops der Welt. Das 100-m-Radioteleskop Effelsberg ist ein Wunderwerk der Technik, das 30 Jahre lang unerreicht blieb. Noch immer, nach 40 Jahren, dominiert das Effelsberger Radioteleskop viele Forschungsbereiche der Radioastronomie.

Biographische Angaben:

Prof. Dr. Richard Wielebinski wurde am 12. Februar 1936 in Pleszew, Polen, geboren und verbrachte seine Schulzeit von 1950 bis 1953 in Hobart/Tasmanien. Dort hat er von 1954 bis 1958 an der University of Tasmania Ingenieurwissenschaften studiert und mit dem Mastergrad abgeschlossen. Von 1959 bis 1960 hat er als Ingenieur bei der australischen Post gearbeitet und anschließend in Cambridge/England am Cavendish-Laboratorium promoviert. Von 1963 bis 1969 hat er, erst als Lecturer, dann als Senior Lecturer, an der Universität Sydney gearbeitet und wurde im Jahr 1969 als Direktor ans Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn berufen, bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2004. Richard Wielebinski ist emeritierter Direktor am MPIfR, dreifacher Ehrendoktor an polnischen und australischen Universitäten (Torun, Krakau und Tasmanien) sowie Gastprofessor bzw. korrespondierendes Mitglied der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, der Academia de Sciencias de Granada und der James Cook University in Townsville/Australien.

Radioastronomie seit 40 Jahren – Die Erfolgsgeschichte des 100m - Teleskops

Mittwoch, 16. November 2011

Dr. Alex Kraus

Max-Planck-Institut für Radioastronomie, Bonn

Am 12. Mai 1971 wurde das 100-Meter Radioteleskop in Bad Münstereifel-Effelsberg feierlich eingeweiht.

Im Lauf der vergangenen vier Jahrzehnte erfolgte eine ständige Verbesserung des Teleskops und seiner Empfänger, so dass das 100m-Teleskop auch heute noch ein astronomisches Instrument der Spitzenklasse darstellt.

In diesem Vortrag wird die Erfolgsgeschichte des Teleskops nachgezeichnet. Nachdem die - teilweise einzigartigen - Eigenschaften des Teleskops erläutert worden sind, werden die Arbeitsgebiete dargestellt und eine Reihe von herausragenden Forschungsergebnissen präsentiert.

Ein Ausblick in die Zukunft rundet den Vortrag ab.

Biographische Angaben:

Dr. Alex Kraus studierte von 1988 bis 1994 Physik und Astronomie an der Universität Bonn und der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich. Seine Diplomarbeit (1994) und seine Dissertation (1995-1997) fertigte er am Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn an. Beide Arbeiten hatten die Untersuchungen von kurzzeitigen Intensitätsvariationen von aktiven Galaxienkernen zum Thema. Seit Januar 1998 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Radioastronomie tätig; zunächst in Bonn, seit April 1999 am Radio-Observatorium Effelsberg, der Außenstelle des Instituts. Seit Februar 2006 ist er Leiter des Radio-Observatoriums.

Radioastronomie in 40 Jahren – Ideen und Instrumente für die Zukunft

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Prof. Dr. Michael Kramer

Max-Planck-Institut für Radioastronomie

Als die Radioastronomie in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erfunden wurde, öffnete sich damit ein neues Fenster zum Universum, das zu vielen aufregenden Entdeckungen geführt hat. Kein anderer Bereich der Astronomie hat uns so viel über Fundamentalphysik gelehrt wie die Radioastronomie.

Heute schauen wir erwartungsvoll in die Zukunft, wobei wir momentan eine wahre Revolution in den radioastronomischen Beobachtungstechniken erleben. Der Gipfel wird ein Teleskop sein, das noch 100mal größer sein wird als das schon gewaltige 100-m-Radioteleskop in Effelsberg. Resultat wird eine Reihe von weiteren unerwarteten Entdeckungen sein. Diese vorherzusagen ist schwierig, dennoch wird der Vortrag versuchen, einen Blick in die Glaskugel zu werfen und zu schauen, was wir erwarten können.

Biographische Angaben:

Prof. Dr. Michael Kramer stammt aus Köln und hat an den UniversitätenKöln und Bonn Physik studiert.Er hat das Physik-Studium im Jahr 1993 in Bonn mit einer Diplomarbeitzum Thema "Pulsare" abgeschlossen und dort im Jahr 1995 mit derDissertation "High Frequency Observations of Pulsars" im FachAstronomie promoviert.Von 1993 bis 1998 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am MPI fürRadioastronomie in Bonn. Im Jahr 1996 wurde er von derMax-Planck-Gesellschaft mit der Otto-Hahn-Medaille ausgezeichnet. Das damitverbundene Stipendium führte ihn 1998 für ein Jahr zur University of California-Berkeley. Seit 1999 ist er am Jodrell Bank Radio Observatory der Universität Manchester in England, an der er, zunächst als "Lecturer", dann als "Reader" (Associate Professor) und schließlich als "Full Professor" lehrte. Ab März 2005 war er dort auch Leiter der Pulsar-Gruppe.

Seit März 2009 ist Michael Kramer Direktor am Max-Planck-Institut für Radioastronomie und Leiter der Forschungsgruppe "Radioastronomische Fundamentalphysik". Im Juli 2009 wurde er mit dem prestigeträchtigen Marcel-Großmann-Preis ausgezeichnet.

 
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