Neues aus dem All


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2009

"Kartierungen des Himmels"

Seit dem Jahr 2001 bieten wir in Bonn eine Vortragsreihe mit astronomischen Vorträgen an.

Die Vorträge finden im allgemeinen mittwochs im Deutschen Museum Bonn [Ahrstraße 45, direkt im Gebäude des Wissenschaftszentrums] statt und beginnen um 19:00 Uhr.

Die Vortragsreihe ist eine gemeinsame Veranstaltung des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie, des Argelander-Instituts für Astronomie der Universität Bonn und des Deutschen Museums Bonn.

SternSucher - Vom Fernrohr zum Radioteleskop

Mittwoch, 22. Januar 2009

ab 19:00 Uhr

Link zur Veranstaltung im Deutschen Museum.

Argelander, die Astronomie seiner Zeit und die Bonner Durchmusterung

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Dr. Michael Geffert

Argelander-Institut für Astronomie, Bonn

Der ganze Himmel bei allen Wellenlängen - vom Radio- bis zum Gammastrahlenbereich

Mittwoch, 11. November 2009

Prof. Dr. Karl M. Menten

Max-Planck-Institut für Radioastronomie, Bonn

Während die Menschen seit Urzeiten den Himmel nur im Bereich des sichtbaren Lichtes beobachteten, haben es technologische Entwicklungen ermöglicht, dass heute astronomische Messungen bei praktisch allen Wellenlängen des elektromagnetischen Spektrums durchgeführt werden können. Neben dem optischen wurden nach und nach Radio-, Infrarot-, Ultraviolett-, Röntgen- und Gammastrahlenbereich des Spektrums erschlossen, in vielen Fällen erst mit Hilfe von Satellitenobservatorien. Dass astronomische Quellen wie Sterne, Galaxienkerne oder interstellares Gas sich bei verschiedenen Wellenlängen in unterschiedlichster Weise manifestieren, erlaubt tiefe Rückschlüsse auf die in ihnen wirkenden physikalischen und chemischen Prozesse - Multi-Wellenlängenastronomie ist unabdingbar für die moderne Astrophysik!

Wann immer ein neuer Wellenlängenbereich erschlossen wird, beobachtet man, oft gleich zu Beginn, auch den gesamte Himmel in seiner Strahlung. Solche Durchmusterungen, mit möglichst gleichmäßiger Überdeckung durchgeführt, erlauben eine komplette Gesamtaufnahme des Himmels und liefern damit aussagekräftige statistische Ergebnisse. Darüber hinaus führen sie oft zur Entdeckung völlig neuer Klassen von astronomischen Objekten. In meinem Vortrag möchte ich interessante Himmelsdurchmusterungen diskutieren und besonders auf wichtige, oft sogar revolutionäre neue Entdeckungen eingehen, welche bei verschiedenen solcher Programme gemacht werden konnten.

Biographische Angaben:

Prof. Dr. Karl M. Menten hat in Bonn Physik und Astronomie studiert und 1987 am Max-Planck-Insitut für Radioastronomie (MPIfR) promoviert. Nach mehrjähriger Forschungstätigkeit im Ausland, zuletzt als "Senior Radio Astronomer", am Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge/Massachusetts, USA, ist er seit 1996 als Direktor und Leiter der Abteilung Millimeter- und Submillimeter-Astronomie am MPIfR in Bonn. Seit Dezember 2000 ist er Honorarprofessor an der Universität Bonn und seit 2008 geschäftsführender Direktor des MPIfR. Karl Menten ist Projektleiter des "Atacama Pathfinder Experiments" (APEX) und wurde (zusammen mit Frank Bertoldi und Ernst Kreysa) mit dem Philipp-Morris-Forschungspreis 2004 für Entwicklung und Einsatz von Bolometer-Detektoren in der Submillimeter-Astronomie ausgezeichnet. Im Jahr 2007 wurde ihm als erstem deutschen Wissenschaftler vom US-amerikanischen National Radio Astronomy Observatory die Karl G. Jansky Lectureship verliehen für herausragende Beiträge zum Fortschritt der Astronomie.

Unendliche Weiten? - Präzisionsmessungen kosmischer Entfernungen mit dem GAIA-Satelliten

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Priv.-Doz. Dr. Stefan Jordan

Astronomisches Recheninstitut, Heidelberg

Der Gaia-Satellit soll unsere Milchstraße ab 2012 mit einer fast unglaublich hohen Präzision vermessen und die Position, Geschwindigkeit und Entfernung von rund einer Milliarde Sternen bestimmen. Diese Messungen werden es erlauben, Aussagen über die Entwicklung unserer Milchstraße zu machen. Vor allem die hochgenaue Bestimmung der Entfernung der Sterne wird zu einer extremen Verbesserung unseres Verständnisses der Natur dieser Objekte führen. Durüber hinaus werden von Gaia Erkenntnisse für fast alle Gebiete der Astrophysik erwartet und fundamentale physikalische Gesetze überprüft.

Biographische Angaben:

Priv.-Doz. Dr. Stefan Jordan hat Physik und Astronomie an der Universität Kiel studiert und im Jahr 1985 sein Diplom und 1988 seine Promotion abgeschlossen. Nach seiner Habilitation im Jahr 1997 hat er als Privatdozent an den Universitäten Kiel, Göttingen und Tübingen gearbeitet. Seit April 2004 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Astronomischen Recheninstitut (ARI) in Heidelberg und am Satelliten-Projekt GAIA beteiligt.

Radarbeobachtungen von "Space Debris" - die etwas andere Himmelsdurchmusterung

Mittwoch, 20. Januar 2010

Dr.-Ing. Ludger Leushacke

Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik (FHR), Wachtberg-Berkum

Satelliten und die von ihnen bereitgestellten Funktionen und Dienste wie Kommunikation, Navigation, Erderkundung sind in vielen Bereichen der modernen Gesellschaft unverzichtbar geworden. Lange Zeit unbeachtet, stellen nach etwas mehr als 50 Jahren menschlicher Weltraumaktivitäten ihre Hinterlassenschaften in Form von Raumfahrtmüll (Space Debris) eine zunehmend ernste Gefahr dar. Derzeit umkreisen etwa 18.000 registrierte, regelmäßig vermessene Objekte größer als etwa 10 cm die Erde, von denen nur etwa 900 tatsächlich aktive Satelliten sind. Schon die Zahl der nicht weniger gefährlichen Trümmerteile größer als 1 cm kann bislang nur grob auf etwa 700.000 geschätzt werden, da weltweit nur wenige Messstationen über die erforderlichen hohen Empfindlichkeiten verfügen.

Nur sehr wenige Anhaltspunkte existieren bezüglich der noch kleineren Partikel, die zwar in der Regel keine Totalzerstörung bewirken, aber zeitweise oder dauerhafte Ausfälle und Funktionsstörungen verursachen können und mit erdgebundener Sensorik praktisch nicht mehr beobachtbar sind.

In Europa besteht mit der Kombination aus der Großradaranlage TIRA des Fraunhofer FHR und dem Radioteleskop Effelsberg des MPIfR die einzige Möglichkeit, den erdnahen Weltraum nach Space Debris bis herunter zu 1 cm Größe zu durchforsten. In jährlichen 24-stündigen bi-statischen Durchmusterungskampagnen (sog. Beam-Park-Experimente) im Auftrag der ESA werden dabei wichtige Referenzdaten für die statistische Beschreibung der kleinteiligen Trümmerpopulation und ihrer zeitlichen Entwicklung gewonnen.

Biographische Angaben:

Dr.-Ing. Ludger Leushacke hat an der Ruhr-Universität Bochum Elektrotechnik studiert und dort nach mehrjähriger Forschungstätigkeit im Bereich der Elektrodynamik und Statistischen Optik promoviert. Seit 1991 ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fraunhofer Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR (vormals FGAN) und befasst sich mit der Untersuchung und Entwicklung von Verfahren zur Beobachtung und Aufklärung des erdnahen Weltraums mit Hochleistungsradar. Seit 2002 ist er Leiter der Abteilung Radar zur Weltraumbeobachtung und des Großradarsystems TIRA. Dr. Leushacke ist seit 2008 Träger der Medaille de Vermeil, eine der höchsten Auszeichnungen der französischen Akademie der Luft- und Raumfahrt.

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