Die US-Raumfahrtbehörde NASA und die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR haben gemeinsam beschlossen, den Flugbetrieb von SOFIA (Stratosphären Observatorium für Infrarot Astronomie) im September 2022 einzustellen.
Deutschland ist mit 20 Prozent an den Betriebskosten der "fliegenden Sternwarte" beteiligt und hat das weltweit einzigartige Teleskop entwickelt und gebaut, das vom Rumpf von SOFIA aus acht Jahre lang Beobachtungen des Sternenhimmels ermöglichte. Der sehr erfolgreich an Bord von SOFIA eingesetzte Spektroskopie-Empfänger GREAT/upGREAT (German REceiver for Astronomy at Terahertz Frequencies)  wird gemeinsam betrieben vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie und dem I. Physikalisches Institut der Universität zu Köln (DLR News vom 28. April 2022).
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Einladung zur Pressekonferenz in Garching am 12. Mai um 15:00 MESZ mehr

Zwerggalaxien wie "Wolf-Lundmark-Melotte" (WLM) sind dafür bekannt, Zeitzeugen des frühen Universums darzustellen, insbesondere wenn sie isoliert sind und nicht mit massereichen Galaxien wechselwirken. Beobachtungen von WLM mit dem MeerKAT-Radioteleskop in Südafrika haben ihre starke Wechselwirkung mit dem intergalaktischen Medium aufgezeigt. Ein internationales Team, dem auch Gyula Józsa vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie angehört, hat entdeckt, dass das neutrale Wasserstoffgas der Galaxie durch den Staudruck abgetragen wird, der durch die Bewegung der Galaxie durch das intergalaktische Medium verursacht wird. Man nimmt an, dass es sich dabei um eine dünne Gasschicht zwischen den Galaxien handelt. Dies könnte unser Verständnis der Entstehung und Entwicklung von Zwerggalaxien revolutionieren.  Das Team kommt zu dem Schluss, dass diese fast "leeren" intergalaktischen Regionen entweder nicht wirklich leer sind, oder dass es bei der WLM-Galaxie einen Mangel an Dunkler Materie gibt (OdP-Pressemitteilung vom 27. April 2022, in englischer Sprache, zur wissenschaftlichen Veröffentlichung von Y. Yang et al., Astronomy & Astrophysics Letters, Vol. 660, L11, 27. April 2022).
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Einer aktuellen Veröffentlichung in der Zeitschrift „Nature Astronomy“ zufolge benötigt der Weltraum zum Schutz seiner empfindlichen Umwelt dringend einen ähnlichen rechtlichen Schutz wie die Erde, das Meer und die Atmosphäre. Michael Kramer, Präsident der Astronomischen Gesellschaft und Direktor am MPIfR, ist Ko-Autor der Studie unter der Leitung von Andy Lawrence (Univ. of Edinburgh).
Die Zunahme von Weltraummüll im erdnahen Orbit - etwa 100 Kilometer über der Erdoberfläche -, der durch das rasche Ansteigen von so genannten Mega-Satelliten-Konstellationen verursacht wird, gefährdet dieses wertvolle Ökosystem, so die Forscherinnen und Forscher.
Die Installation dieser riesigen Hardware-Cluster umfasst bis zu Zehntausende einzelner Satelliten, die Breitbandverbindungen zur Erde liefern. Das führt zu einer Überlastung des Weltraums, und die Raketenstarts verschmutzen darüber hinaus die Atmosphäre.
Bruchstücke von zerbrochenen Satelliten, die mit enormer Geschwindigkeit durch den Weltraum fliegen, bedrohen laut der Studie auch andere Satelliten in ihrer Umlaufbahn.
Ebenso stören die Satelliten, die Lichtstreifen am Himmel und damit eine signifikante Lichtverschmutzung verursachen, in zunehmendem Maße die Forschung im optischen Wellenlängenbereich. Das Vera-C.-Rubin-Observatorium in Chile, das über einen Zeitraum von 10 Jahren den Himmel vermessen soll, ist beispielsweise schon stark beeinträchtigt.
Der Weltraum stellt ein wichtiges Umfeld für die professionelle Astronomie, Amateurastronomie und indigene Völker dar und der wissenschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Nutzen des Weltraums sollte sorgfältig gegen diese schädlichen Umweltauswirkungen abgewogen werden (AG-Pressemitteilung vom 22. April 2022). mehr

Die fliegende Sternwarte SOFIA ist ein amerikanisch-deutsches Gemeinschaftsprojekt von NASA und DLR. Obwohl der nominelle deutsche Projektanteil an SOFIA „nur“ bei 20% liegt, stellt die deutsche Seite mit GREAT (German REceiver for Astronomy at Terahertz Frequencies, gemeinsam betrieben von MPIfR und I. Phys. Inst. der Univ. zu Köln), FIFI-LS (Field-Imaging Far-Infrared Line-Spectrometer) und FPI+ (Focal Plane Imager Plus) fast 50% der zurzeit in Betrieb befindlichen Instrumente. Das spiegelt sich auch dadurch wieder, dass zwischen 2009 und 2019 die referierten SOFIA-Veröffentlichungen zu 45% auf Beobachtungen mit diesen Instrumenten beruhen. Darunter befinden sich Publikationen in dem renommierten Wissenschaftsmagazin „Nature“ wie zum Beispiel der erstmalige Nachweis von Heliumhydrid (HeH+) – der ersten Molekülart im Universum – mit dem deutschen GREAT-Instrument. Mit dem gleichen Instrument können Forschende neben den Beobachtungen astronomischer Objekte parallel die Konzentration des atomaren Sauerstoffs in der Mesosphäre und unteren Thermosphäre der Erde bestimmen, die in diesen Schichten wichtig für Atmosphärenmodelle und Vorhersagen zum Klimawandel ist (DSI-Meldung vom 13. April 2022 zum SOFIA-Status-Bericht „Future & Prospects“).
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Mit dem MeerKAT-Radioteleskop in der südafrikanischen Karoo-Region entdeckte ein internationales Forscherteam, darunter Hans-Rainer Klöckner vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn, einen starken Megamaser – eine Art Laser bei Radiowellenlängen, der auf kollidierende Galaxien hinweist. Dieser Megamaser, von den Autoren "Nkalakatha" getauft, ist das am weitesten entfernte Objekt dieser Art, das bis jetzt gefunden werden konnte.
Die Quelle wurde im Rahmen des LADUMA-Projekts ("Looking at the Distant Universe with the MeerKAT Array") gefunden, einem der großen MeerKAT-Wissenschaftsexperimente, das eine empfindliche Suche nach neutralem Wasserstoffgas in Galaxien in einem Bereich des Himmels durchführt und nach Quellen sucht, die sowohl räumlich als auch zeitlich sehr weit von uns entfernt sind (ICRAR-Presseinformation vom 7. April 2022, in englischer Sprache).
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Vom Radioteleskop Effelsberg zurück zum Ursprung des Universums

Astronomisches Vortragsprogramm 2022 in Bad Münstereifel mehr

Event-Horizon-Teleskop 2022

Beobachtungskampagne im März 2022: das weltweite EVN-Radioteleskop-Netzwerk führt vierten Beobachtungslauf mit einem Netzwerk von elf Observatorien durch. mehr

Ein Schwarzes Loch im Zentrum einer Galaxie spielt eine wichtige Rolle, da es den Staub und das Gas in seiner Umgebung auffrisst und nicht genug Materie für die Bildung neuer Sterne zurücklässt. Scheibengalaxien wie NGC 1097 besitzen zusätzlich neben ihren Spiralstrukturen häufig im Innenbereich einen Balken, der den Materietransport in Richtung Galaxienzentrum zusätzlich unterstützt. Ein Team um Enrique Lopez-Rodriguez mit Rainer Beck/MPIfR als zweitem Autor hat das Magnetfeld in der zentralen Region von NGC 1097 mit dem HAWC+ Polarimeter an Bord von SOFIA, der fliegenden Sternwarte von der NASA und DLR kartiert. (DSI-Pressemitteilung vom 2. März 2022).
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In einer Entfernung von 13 Milliarden Lichtjahren scheinen zwei supermassereiche Schwarze Löcher mit der hundertmillionenfachen Masse unserer Sonne alle zwei Jahre umeinander zu kreisen. Wenn die beiden Objekte in ca. 10.000 Jahren miteinander verschmelzen, ist zu erwarten, dass die gigantische Kollision Raum und Zeit erschüttern sowie Gravitationswellen durch das Universum schicken wird.

Ein Astronomenteam unter Leitung des Caltech hat Beweise für dieses Szenario in einem äußerst energiereichen Objekt, dem Quasar PKS 2131-021, gefunden. Wie die Forscher, darunter Prof. Anton Zensus, der Leiter der Forschungsabteilung Radioastronomie/VLBI am MPIfR Bonn, in der Fachzeitschrift „Astrophysical Journal Letters“ berichten, ist PKS 2131-021 erst der zweite bekannte Kandidat für ein solches Paar supermassereicher Schwarzer Löcher (der andere ist der Quasar OJ 287), die sich auf dem Weg zur Verschmelzung befinden (CalTech Pressemitteilung vom 23. Februar 2022, in amerikanischer Sprache). mehr

Unter Leitung des „Instituto de Astrofísica de Andalucía“ (IAA-CSIC) erscheint eine Studie, die eine fast kreisförmige Gestalt für Sagittarius A*, das supermassereiche Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße, offenbart. Diese Form deutet darauf hin, dass die Rotationsachse des Materiestroms, der das Schwarze Loch umgibt (oder ein möglicher Jet), auf die Erde gerichtet sein könnte. Thomas Krichbaum und Ru-Sen Lu, beide vom MPIfR, sind Co-Autoren der Studie, die soeben in der Fachzeitschrift „Astrophysical Journal“ veröffentlicht wurde (IAA-CSIC Pressemitteilung vom 22. Februar 2022, in englischer Sprache).
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Zusammenstellung von Veröffentlichungen zu SOFIA-Beobachtungen aus dem Jahr 2021, darunter eine Reihe von Ergebnissen mit der GREAT-Spektrometerplattform unter der Leitung von MPIfR und Universität zu Köln (DSI-Meldung vom 11. Februar 2022).
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Wissenschaftler untersuchten die Morphologie des Magnetfelds im molekularen Gas der Spiralgalaxie Messier 51 mit dem Flugzeug-Observatorium SOFIA. Mit der „High-resolution Airborne Wideband Camera“ (HAWC+) wurden die Magnetfelder in kalten, dunklen Molekülwolken kartiert. Das Team verglich diese Ergebnisse mit den Magnetfeldkarten des diffusen Gases, die mit dem Very Large Array in New Mexico und dem Radioteleskop Effelsberg erstellt wurden. Rainer Beck und Sui-Ann Mao vom MPIfR sind als Ko-Autoren an der Studie beteiligt (Coverbild SOFIA Newsletter, Vol. 7, Nr. 1, Januar 2022).
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Vom Universum in die Lausitz

11. Februar 2022

Unter diesem Titel findet am 16. und 17. Februar eine Reihe von Online-Vorträgen zu astronomischen Themen statt. Die Referenten sind Michael Kramer, Hermann Heßling, Matthias Steinmetz, Michèle Heurs, Sergei Klioner und Christian Stegmann. Abstracts der Vorträge und Einwahldaten zu den Zoom-Meetings über die Webseite des Deutschen Zentrums für Astrophysik (DZA).
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Photometrische Beobachtungen mit dem Hubble-Teleskop zeigen, dass die Hauptreihensterne junger Sternhaufen zwei diskrete Komponenten im Farben-Helligkeits-Diagramm bilden. Die Ergebnisse werfen ein neues Licht auf den Ursprung der bimodalen Massen-, Spin- und Magnetfeldverteilungen bei Hauptreihensternen. Der Erstautor und eine Reihe von Koautoren sind vom Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn (AIfA), drei von ihnen haben auch eine Affiliation mit dem MPIfR (Veröffentlichung von Chen Wang et al. in: Nature Astronomy, 10. Februar 2022, DOI: https://doi.org/10.1038/s41550-021-01597-5). mehr

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