Die stärksten Radioquellen am Himmel




Wenn wir den Nachthimmel betrachten, sehen wir nur das Licht, das die Sterne emittieren. Doch Licht ist nicht die einzige Strahlung, die von Sternen abgegeben wird, sie ist lediglich der kleiner Teil, den wir mit bloßem Auge sehen können. Mithilfe von speziellen Teleskopen wie dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg können wir dagegen auch die anderen Frequenzbereiche (wie z.B. Radiostrahlung oder Röntgenstrahlung) beobachten.

Dieses Diagramm zeigt die verschiedenen Frequenzbereiche (sowohl die für das menschliche Auge sichtbaren, als auch die unsichtbaren).

Elektromagnetisches Spektrum.
Elektromagnetisches Spektrum.

Dies ermöglicht uns ganz anderen Einblick in den Weltraum. So können wir beispielsweise Schwarze Löcher, die kein sichtbares Licht abgeben - sehr wohl aber Strahlung- , in anderen Frequenzbereichen sehen. Die von den Radioteleskopen empfangene Strahlung ist allerdings so schwach, dass ein eingeschaltetes Handy auf dem Mond drittstärkste Radioquelle am Himmel wäre.

Starke Radioquellen: Strahlungsfluß in Abhängigkeit von der Frequenz der Strahlung.
Starke Radioquellen: Strahlungsfluß in Abhängigkeit von der Frequenz der Strahlung.

Eine Auswahl der stärksten Radioquellen am Himmel ist in der folgenden Übersicht zusammengestellt.

Andromeda-Galaxie (And A): Typ Spiralgalaxie
  Entfernung 2,5 Mill. Lichtjahre
  Helligkeit 3.4
  Durchmesser 200.000 Lichtjahre
  Bezeichnung M 31 und NGC 224
  Entdeckung - Optische Entdeckung durch Al-Sufi (905)
- Als Radioquelle durch Martin Ryle (1950)

Cassiopeia A (Cas A): Typ Supernova-Überrest (1680)
  Entfernung 9.100 Lichtjahre
  Helligkeit nicht ermittelt
  Durchmesser 10 Lichtjahre
  Bezeichnung 3C 461
  Entdeckung - Als Radioquelle 1948 durch Reber entdeckt
- 1950 identifiziert

Centaurus A (Cen A) Typ Aktive Galaxie
  Entfernung 15 Mill. Lichtjahre
  Helligkeit 7.0
  Ausdehnung (Radio) 2 Mill. Lichtjahre
  Bezeichnung NGC 5128
  Entdeckung - 1826 von James Dunlop entdeckt (optische Quelle)
- 1949 von John Bolton, G. Stanley und Bruce Slee als Radioquelle entdeckt

Cygnus A (Cyg A): Typ cD Galaxie
  Entfernung 790 Mill. Lichtjahre
  Helligkeit 15.1
  Durchmesser 400.000 Lichtjahre
  Bezeichnungen MCG 7-41-3 und 3C 405
  Entdeckung - Von Hey, Parsons und Phillips 1948 entdeckt
- 1951 durch Graham Smith identifiziert

Perseus A (Per A): Typ Seyfert-Galaxie
  Entfernung 320 Mill. Lichtjahre
  Helligkeit 11.9
  Durchmesser ca. 400.000 Lichtjahre
  Bezeichnung 3C 84 und NGC 1275
  Entdeckung - 1786 optische Entdeckung durch Wilhelm Herschel
- 1952 von Mills als Radioquelle entdeckt

Sagittarius A (Sgr A): Typ Galaxienkern
Entfernung 27.000 Lichtjahre
Helligkeit keine optische
Bezeichnung EQ 1742-28
Entdeckung - Radiostrahlungsmessungen aus dem Sternbild Schütze durch Karl Jansky (1931)

Taurus A (Tau A) Typ Supernova-Überrest (1054)
Entfernung 6.300 Lichtjahre
Helligkeit 8.4
Durchmesser ca. 15 Lichtjahre
Bezeichnung M1 und 3C 144
Entdeckung - 1731 von John Bevis und 1758 von Charles Messier (optische Entdeckung)
- von John Bolton zusammen mit Centaurus A und Virgo A (als Radioquelle) 1948 entdeckt

Ursa Maior A (UMa A): Typ Aktive Galaxie
Entfernung 12 Mill. Lichtjahre
Helligkeit 8.4
Durchmesser 40.000 Lichtjahre
Bezeichnung M82 und 3C 231
Entdeckung - Entdeckung durch Bode 1774 zusammen mit M 81
-1953 entdeckte Brown M 82 als Radioquelle
- Beobachtung einer Supernova innerhalb von Ursa Maior A (2003)

Virgo A (Vir A): Typ Aktive Galaxie
Entfernung 60 Mill. Lichtjahre
Helligkeit 8.6
Durchmesser 120.000 Lichtjahre
Bezeichnung M87 und 3C 274
Entdeckung - 1780 von Charles Messier entdeckt
- Als Radioquelle 1954 von Baade und Minkowski identifiziert.


Ein weiteres Schülerpraktikumsprojekt, Der Himmel vom Radio- bis zum Gammabereich, präsentiert Karten des gesamten Himmels und was man in den einzelnen Wellenlängenbereichen sieht. Dazu gibt es ein Poster der Radiostrahlung des gesamten Himmels, unterteilt nach Nord- und Südhimmel, mit überlagerten Sternbildkonturen: Radiohimmel mit Sternbildern (Peter Müller, auf der Basis einer Radiokartierung des Himmels bei 73 cm Wellenlänge).

Amateurastronomische Beobachtungen der optischen Gegenstücke von leuchtkräftigen Radioquellen werden in dem Artikel Die kosmische A-Klasse (Wolfgang Steinicke) in der Zeitschrift "interstellarum" beschrieben.

Eine Beschreibung des Seeklippen-Interferometers an der Pazifik-Küste von Sydney, einer radioastronomischen Anlage, mit der bereits in den vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die ersten drei Radioquellen (Virgo A, Taurus A, Centaurus A) mit kosmischen Objekten identifiziert werden konnten, ist unter Radio Astronomy at Dover Heights (Australia Telescope, in englischer Sprache) zu finden.


27.01.2006. Michael Hamm, Carl von Ossietzky-Gymnasium, Ückesdorf.

ur 3/2013

 
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