Die Andromeda-Galaxie

Links: Optische Aufnahme von M31 (Robert Gendler), Rechts: Sternbild Andromeda (beides aus Wikipedia).
Links: Optische Aufnahme von M31 (Robert Gendler), Rechts: Sternbild Andromeda (beides aus Wikipedia).

Die Andromeda-Galaxie (die astronomische Bezeichnung lautet M 31 oder NGC 224) ist das am weitesten von uns entfernte mit bloßem Auge sichtbare Objekt.
Sie gehört zusammen mit der Milchstraße und einigen Zwerggalaxien zur sog. Lokalen Gruppe. Zu ihr werden Objekte in der unmittelbaren Nachbarschaft der Milchstraße im Umkreis von fünf bis sieben Millionen Lichtjahren gezählt.
Die Andromeda-Galaxie gehört zur Gruppe der Spiralgalaxien und ist mit ihrem Durchmesser von ca. 200.000 Lichtjahren doppelt so groß wie die Milchstraße.
Die Besonderheit dieser Galaxie ist es, dass sie im Spektrum blauverschoben ist, da sie sich mit 266 km/s auf uns zubewegt. Da sie aber 2.500.000 Lichtjahre von uns entfernt ist, wird es wohl noch vier bis zehn Milliarden Jahre dauern, bis die Andromeda-Galaxie mit unserer Milchstraße kollidieren könnte.

Aufbau

Zur Andromeda-Galaxie gehören mehr als zehn kleinere Zwerggalaxien und andere Begleiter, die alle um die Zentralgalaxie rotieren:

  • M 32, M 110, NGC 147, NGC 185: elliptische Zwerggalaxien
  • IC 10, And IV, And VI, And VII: irreguläre Zwerggalaxien
  • And I, And II, And III, And V: kugelförmige Zwerggalaxien
  • LGS 3: irreguläre oder kugelförmige Zwerggalaxie, die aber wahrscheinlich mit dem Dreiecksnebel (M 33) assoziiert ist

Lange Zeit glaubte man, dass die Galaxie im Zentrum zwei supermassive Schwarze Löcher und ein paar Millionen dicht gepackter Sterne beherbergt, in gewisser Hinsicht also über zwei Zentren verfügt. Man ging davon aus, dass eines der supermassiven Schwarzen Löcher aus einer früheren Kollision mit einer anderen Galaxie stammt.
Neuere Daten des Hubble Weltraumteleskops zeigen aber, dass der Kern aus einem Ring roter, älterer und einem Ring jüngerer, blauer Sterne besteht, die in dem Gravitationsfeld eines supermassiven Schwarzen Lochs gefangen sind.
Darüber hinaus wurden eine Reihe von Neutronensternen und kleineren Schwarzen Löchern im Zentrum der Galaxie ausgemacht.
Im Außenbereich der Spiralarme befinden sich zudem Sternentstehungsgebiete, Staubwolken und 400 bis 500 Kugelsternhaufen.

Daten

Katalogeinträge
(astronomische Bezeichnungen)
M 31,
NGC 224
Position (2000) Rektazension 00h 42m 44,3s
Deklination +41° 16' 6"
Scheinbare Helligkeit 3,4 mag
Absolute Helligkeit ca. -21,2 mag
Scheinbare Größe 180' × 63'
Abstand ca. 2,4-2,7 Mio. Lichtjahre
Durchmesser ca. 200.000 Lichtjahre

Geschichte

Aufgrund ihrer guten Sichtbarkeit dürfte die Andromeda-Galaxie den Menschen seit langem bekannt sein. Als erster beschrieb sie der persische Astronom Al-Sufi im Jahre 905.
Diese Entdeckung geriet aber in Vergessenheit und so schrieb Charles Messier bei der Eintragung in seinen Katalog die Entdeckung Simon Marius zu, der die Andromeda-Galaxie 1612 durch sein Teleskop betrachtet hatte.
1888 wurde sie von J.L.E. Dreyer unter der Bezeichnung NGC 224 in dessen Katalog veröffentlicht.
Die gerade noch mit bloßem Auge sichtbare Supernova S Andromedae innerhalb der Galaxis wurde 1885 von Ernst Hartwig beobachtet, jedoch nicht näher untersucht.
Vesto Slipher berechnete 1912 anhand der Blauverschiebung ihrer Spektrallinien, dass die Andromeda-Galaxie sich mit 300 km/s (später auf 266 km/s korrigiert) auf uns zubewegt, die höchste bis dahin bei einem Objekt festgestellte Geschwindigkeit.
1917 konnten Einzelsterne mit dem Teleskop des Mount-Wilson-Observatoriums im Andromedanebel entdeckt werden, bis dahin hatte man die Galaxie für einen Spiralnebel gehalten.
Walter Baade konnte1952 zeigen, dass die Entfernung der Andromeda-Galaxie über 2.000.000 Lichtjahre beträgt.
Die Entdeckung als Radioquelle geht auf Sir Martin Ryle im Jahre 1950 zurück.

Links

Hier gibt es weitere Bilder von Andromeda.

Zum Wikipedia-Artikel über die Andromeda-Galaxie

Zum Andromeda-Atlas von IPAC (Paul Hodge).

Magnetfeld der Andromeda-Galaxie (Rainer Beck).

 
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