Trifidnebel M20



Der Trifidnebel (lat. trifidus „dreigeteilt, drei gespalten“) besteht aus einem Emissions- und einem Reflexionsnebel und liegt im Sternbild Schütze. Er ist ca. 2660 Lichtjahre von der Erde entfernt und seine scheinbare Helligkeit beträgt 6.3 mag. Entdeckt wurde er von Charles Messier am 5.6.1764. Der Nebel besteht aus zwei Teilen. Der eine Teil weist die charakteristischen Merkmale eines Emissionsnebel der andere die Merkmale eines Reflexionsnebels auf. Der Hauptnebel (hier rot) wird durch den heißen Stern HD 164492 (Spektraltyp O7) ionisiert, und strahlt in der roten Farbe der Hα-Linie. Der blaue Stern HD 164514, der nördlich des Hauptnebels liegt, ist nicht so heiß wie beispielsweise HD 164492. Sein Licht wird durch einen Reflexionsnebel (hier blau) reflektiert. Die Dreiteilung des Emissionsnebels entsteht durch die drei Staubbänder, die vom Zentrum nach außen führen. Sie heben sich vom leuchtenden Hintergrund ab. Aus den Staubbändern ragen jetartige Gebilde (Credit: J. Hester (Arizona St. U) et al., WFPC2, HST, NASA) von etwa einem halben Lichtjahr Länge. Im Inneren des Nebels lassen sich einige massereiche Protosterne finden, die nur im Infrarot sichtbar sind. Außerdem ist der Trifidnebel, zumindestens im Hauptnebel, ein Ort intensiver Sternenentstehung. Im Submillimeterbereich erkennt man M20 als eine verhältnismäßig kleine Quelle (siehe Markierung).

Optische Darstellung des in Emissions- (Rot) und Reflexionsnebel (Blau) aufgeteilten Trifidnebels.

Der mit M20 gekennzeichnete Staubklumpen liegt genau auf der von SIMBAD lokalisierten Position des Trifidnebels. Ob die restlichen Staubklumpen ebenfalls zu M20 gehören, ließ sich nicht mit den vorhandenen Mitteln bestimmen.
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