3.2 Radio-Interferometer



Abb. 8: Very Large Array in New Mexico.

Das VLA (Very Large Array) ist ein Radiointerferometer und besteht aus 27 einzelnen Teleskopen. Man kann die Teleskope auf Schienen, die im 120 Grad-Winkel zueinander stehen, verschieben. Es ist das zur Zeit empfindlichste Radiointerferometer für den Zentimeterwellenbereich und arbeitet bei Wellenlängen von 0,7 - 400 cm (entspricht einer Frequenz zwischen 43 und 0,075 GHz).

Eine weitere Möglichkeit, um Interferometrie im Radiobereich mit extrem großen Abständen (Basislinien) zwischen den Teleskopen zu betreiben, ist VLBI (Very Long Baseline Interferometry). Sie zeigt gegenüber den anderen Interferometern eine sehr hohe räumliche Auflösung oder Trennschärfe, ist allerdings auf Objekte mit heller Radioemission beschränkt.

Das VLBI ist kein Observatorium oder ein Teleskop. VLBI ist ein Verfahren, bei der Teleskope der ganzen Welt beteiligt sind. Dabei beobachten mehrere Teleskope, die sehr weit voneinander entfernt sind, zur gleichen Zeit die gleiche Quelle am Himmel und erreichen damit eine Auflösung, die einem virtuellen Radioteleskop mit einem Durchmesser bis zu Erdgröße entspricht. Zum Beispiel wird das 100-Meter-Radioteleskop in Effelsberg im Rahmen von VLBI mit dem Green-Bank-Observatorium in Virginia und noch weiteren Teleskopen zusammmengeschaltet. Atomuhren setzen sehr genaue Zeitmarkierungen auf die Aufzeichnungen, so dass die Signale später im Rechner miteinander kombiniert werden können.

Abb. 9: Links: Radioteleskop Effelsberg; Rechts: Green-Bank-Telescope - die beiden größten vollbeweglichen Radioteleskope der Erde.
Zur Redakteursansicht