Kontakt

    Dr. Norbert Junkes
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Telefon:+49 228 525-399

    Max-Planck-Institut für Radioastronomie, Bonn

    Dr. Dana Backman
    SOFIA Outreach / SOFIA Science Center,
    Telefon:+1 650 604-2128

    NASA Ames Research Center, Moffett Field, CA, USA

    Links

    Ferninfrarotspektrometer GREAT öffnet Fenster zu neuem Wellenlängenbereich

    4,7 Terahertz-Spektroskopie mit dem Flugzeugobservatorium SOFIA

    11. Juni 2014

    Mit der erfolgreichen Inbetriebnahme seines Hochfrequenzkanals ist das in Deutschland gebaute Ferninfrarotspektrometer GREAT („German Receiver for Astronomy at Terahertz Frequencies“) an Bord des Flugzeug-Observatoriums SOFIA nun bereit für neue Aufgaben.

    Erste Beobachtung (“First Light”) mit dem Hochfrequenz- oder H-Kanal des GREAT-Empfängers an Bord von SOFIA: Karte des Planetarischen Nebels NGC 7027 in der Emissionslinie des neutralen Sauerstoffs [OI] bei 63 μm Wellenlänge. Die effektive Winkelauflösung wird durch den grauen Kreis links unten im Bild angedeutet. Bild vergrößern

    Erste Beobachtung (“First Light”) mit dem Hochfrequenz- oder H-Kanal des GREAT-Empfängers an Bord von SOFIA: Karte des Planetarischen Nebels NGC 7027 in der Emissionslinie des neutralen Sauerstoffs [OI] bei 63 μm Wellenlänge. Die effektive Winkelauflösung wird durch den grauen Kreis links unten im Bild angedeutet.

    [weniger]
    Hochaufgelöstes Spektrum in der [OI]-Linie in Richtung von NGC 7027, das die komplexe Geschwindigkeitsstruktur der expandierenden Hülle zeigt. Bild vergrößern

    Hochaufgelöstes Spektrum in der [OI]-Linie in Richtung von NGC 7027, das die komplexe Geschwindigkeitsstruktur der expandierenden Hülle zeigt.

    [weniger]

    Der neue sogenannte H-Kanal wurde zum ersten Mal auf den SOFIA-Forschungsflügen vom 14., 16. und 17. Mai 2014 getestet und hat dabei perfekt funktioniert. Er basiert auf einem hochempfindlichen supraleitenden Detektor und einem neuartigen Terahertz-Laser, einem Quantenkaskadenlaser. Mit diesem zusätzlichen Empfangsteil für GREAT lässt sich nun hochauflösende Spektroskopie der wichtigen Linie des neutralen atomaren Sauerstoffs [OI] bei einer Wellenlänge von 63 μm durchführen (das entspricht einer Frequenz von 4,7 TeraHertz).

    Die ersten Spektren (“First Light”) bei dieser Wellenlänge wurden in Richtung des Planetarischen Nebels NGC 7027 aufgenommen (Abb. 1). Hierbei handelt es sich um die abgestoßene Gashülle eines sterbenden Sterns von etwa der doppelten Masse unserer Sonne, die sich in ca. 3000 Lichtjahren Entfernung in Richtung des Sternbilds Schwan befindet. Dieser Nebel wurde bereits in anderen Wellenlängenbereichen ausführlich untersucht, aber erst mit GREAT wird es möglich, unterschiedliche Geschwindigkeiten der expandierenden Hülle in der [OI]-Linie aufzulösen. Das in Abb. 2 dargestellte Spektrum wurde nach nur zwei Minuten Belichtungszeit erhalten und zeigt die hervorragende Empfindlichkeit des GREAT-Empfängers, der an Bord von SOFIA in bis zu 14 km Höhe in der Stratosphäre zum Einsatz kommt.


    Das Spektrometer GREAT für Messungen im fernen Infrarotbereich (das goldfarbene vertikale Instrument im Vordergrund) wurde für die Dauer des ersten Einsatzes auf der Südhalbkugel an SOFIAs Teleskop installiert. Bild vergrößern
    Das Spektrometer GREAT für Messungen im fernen Infrarotbereich (das goldfarbene vertikale Instrument im Vordergrund) wurde für die Dauer des ersten Einsatzes auf der Südhalbkugel an SOFIAs Teleskop installiert. [weniger]

    GREAT , der „German Receiver for Astronomy at Terahertz Frequencies“, wurde durch ein Konsortium deutscher Forschungsinstitute (MPIfR Bonn und KOSMA/Universität zu Köln, in Zusammenarbeit mit dem MPI für Sonnensystemforschung und dem DLR-Institut für Planetenforschung) entwickelt und gebaut. Projektleiter für GREAT (PI) ist Rolf Güsten (MPIfR); als stellvertretende Projektleiter (Co-Is) sind Jürgen Stutzki (Univ. Köln), Heinz-Wilhelm Hübers (DLR, Berlin-Adlershof) sowie Paul Hartogh (MPS Göttingen) beteiligt. Die Entwicklung des Instruments ist finanziert mit Mitteln der beteiligten Institute, der Max-Planck-Gesellschaft und der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Das GREAT-Empfänger mit dem neuen H-Kanal steht für Beobachtungsanträge im Rahmen des 3. "Call for Proposals" von SOFIA zur Verfügung.

    SOFIA, das "Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie" ist ein Gemeinschaftsprojekt der National Aeronautics and Space Administration (NASA) und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR). Es wird auf Veranlassung des DLR mit Mitteln des Bundes (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie), des Landes Baden-Württemberg und der Universität Stuttgart betrieben. Das Flugzeug wird vom NASA Armstrong Flight Research Center in Palmdale/Kalifornien aus eingesetzt.  Der wissenschaftliche Betrieb wird auf amerikanischer Seite vom NASA Ames Research Center in Kooperation mit der Universities Space Research Association (USRA) koordiniert, auf deutscher Seite vom Deutschen SOFIA-Institut (DSI) der Universität Stuttgart.

     

     
    loading content
    Zur Redakteursansicht