Sternmarsch zu den Sternen

Galaktische Wanderung ans Ende der Welt / 40 Jahre Radioteleskop

17. Februar 2011

Kirchsahr/Effelsberg. Der Freundeskreis Sahrbachtal hat sich für den 26. März viel vorgenommen. In seiner Einladung zum galaktischen Wandertag am letzten Samstag im März wird den Teilnehmern empfohlen, festes Schuhwerk mitzubringen. Dies wird auch nötig sein, denn die Wanderung soll über 130 000 000 000 000 000 000 000 (einhundertdreißig Trilliarden) km bis ans Ende des Universums führen. Die Wanderer werden dabei ein atemberaubendes Tempo von 100 billionenfacher Lichtgeschwindigkeit vorlegen müssen: In weniger als einer Stunde sollen sie ihr kosmisches Ziel erreicht haben. Der neue Galaxienweg ist, wie bereits der Milchstraßenweg, in Zusammenarbeit zwischen dem Max-Planck-Institut für Radioastronomie und dem Freundeskreis Sahrbachtal aufgebaut worden.

Tafel "Andromeda-Galaxie" des Galaxienwegs am Radioteleskop Effelsberg. Jede der 14 Tafeln enthält eine Beschreibung des Gesamtwegs (mit Maßstab) sowie des dargestellten Objekts.

Die Wanderung durch das Weltall findet im Rahmen der Feiern zum 40jährigen Bestehen des Radioteleskops statt. Der Freundeskreis Sahrbachtal ist stolz darauf, die erste Veranstaltung im Jubiläumsjahr mit der Wanderung auf dem neuen Galaxienweg gestalten zu können. "Das Radioteleskop ist eine der größten Attraktionen im unmittelbaren Umfeld der Gemeinde Kirchsahr", sagt Helmut Schmidt, der Vorsitzende des Freundeskreises. "Wir gratulieren dem Max-Planck-Institut für Radioastronomie und freuen uns auf eine weitere gute Zusammenarbeit."

Anlass für diese Wanderung der Superlative ist der 40. Geburtstag des Radioteleskops des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie, das im Tal des Effelsberger Baches zwischen Kirchsahr und Effelsberg steht. Mit einem Spiegeldurchmesser von 100 Metern war das Teleskop seit seiner Inbetriebnahme am 1. August 1972 fast 30 Jahre lang das größte bewegliche Radioteleskop der Erde. 2000 wurde es vom wenige Meter größeren Robert C. Byrd-Teleskop in Green Bank (West Virginia/USA) auf Platz zwei verwiesen. Nach wie vor gehört das Radioteleskop am Rand der Gemeinde Kirchsahr zu den bedeutendsten astronomischen Beobachtungsstationen der Welt.

Was sich wie ein undurchführbares Spektakel anhört, wird möglich durch den Galaxienweg, den der Freundeskreis Sahrbachtal in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Radioastronomie Bonn/Effelsberg im Maßstab 1 : 5 x 10²² eingerichtet hat. Dadurch verkürzt sich der Marsch bis ans Ende des Alls auf etwa 2,6 km. Er führt vom Fuß des Radioteleskops zur Martinshütte in Kirchsahr, ist mit 14 Informationstafeln zur galaktischen Welt bestückt und ist eine Fortsetzung des Planetenwegs vom Parkplatz zum Besucherpavillon und des "Milchstraßenweges" von Burgsahr zum Radioteleskop, den der Freundeskreis Sahrbachtal und das Max-Planck-Institut für Radioastronomie 2006 eingerichtet haben.

"Der Galaxienweg umfasst gute Bekannte wie die Andromedagalaxie M31, unsere nächste große Nachbargalaxie, aber auch Milliarden von Lichtjahren entfernte Quasare mit Namen wie 3C 273 oder 3C 48", erklärt Norbert Junkes vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie, der die Objekte des Galaxienwegs zusammengestellt hat. "Die gehören zu den stärksten Radioquellen am Himmel - ihre Leuchtkraft ist so groß, dass die Astronomen in Effelsberg sie sogar regelmäßig als Eichquellen zur Auswertung ihrer Beobachtungen mit dem 100-m-Radioteleskop verwenden."

Das 100-m-Radioteleskop Effelsberg.

Startpunkt der Wanderung durch die Welt der Galaxien wird unsere Heimatgalaxis, die Milchstraße, sein. Sie setzt sich aus weit über 100 Milliarden Sternen sowie größeren Mengen von Gas und Staub zusammen. Vorbei an Milliarden von Galaxien mit Trilliarden von Sternen führt der knapp 3 km lange Weg zur Martinshütte am Ende der Welt. Dort am Rand des heute bekannten Universums wartet auf die Weltall-Wanderer ab 13.00 Uhr eine universale Stärkung mit galaktischen Getränken und einer kosmischen Verköstigung.

Dies ist eine gemeinsame Pressemitteilung des Freundeskreises Sahrbachtal und des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie.

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