100. Auszubildender am Max-Planck-Institut für Radioastronomie

Abschlussprüfung nach verkürzter Ausbildungszeit am 1. Juni 2010

27. Mai 2010

Das Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR) freut sich über den erfolgreichen Abschluss des 100. Auszubildenden in seiner Werkstatt im Institut in Bonn.
Kevin Lichius ist seit dem 1. September 2007 im Institut und wird nach Verkürzung seiner Ausbildungszeit um ein halbes Jahr am 1. Juni 2010 seine Abschlussprüfung als Industriemechaniker der Fachrichtung Feingerätebau ablegen. Seit dem Jahr 1974 wird in der Werkstatt Bonn des MPIfR erfolgreich ausgebildet; alle bisherigen Absolventen der Werkstatt Bonn haben ihre Prüfung auf Anhieb bestanden.

Kevin Lichius in der Werkstatt des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie

Das Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR) ist ein Forschungsinstitut der Max-Planck-Gesellschaft, das sich mit Grundlagenforschung im Bereich der Radio- und Infrarotastronomie beschäftigt. An seinem Hauptsitz in Bonn-Endenich gibt es neben den wissenschaftlichen Forschungsabteilungen eine Reihe von technologischen Abteilungen, in denen Empfangsgeräte zum Einsatz an erdgebundenen Teleskopen, aber auch in Flugzeug- und Weltraumobservatorien gebaut werden. Für die Arbeit dieser technologischen Abteilungen liefert die Werkstatt des MPIfR einen wichtigen Beitrag.

"Die Ausbildung hat mir Spaß gemacht", sagt Kevin Lichius. "Sie war sehr abwechslungsreich und es wurde viel an Wissen vermittelt."

Die Werkstatt des MPIfR bildet seit 1974 aus. Während in den ersten Jahren eine Ausbildung zum Werkzeugmacher erfolgte, werden nach der Neuordnung der Metallberufe inzwischen Industriemechaniker der Fachrichtung Feingerätebau ausgebildet. Im Schnitt werden pro Jahr drei Auszubildende eingestellt. Neben der Werkstatt bieten auch die EDV- und die Verwaltungsabteilung des MPIfR sowie das Radio-Observatorium Effelsberg eine begrenzte Anzahl von Ausbildungsplätzen an.

Der Bau von neuen und empfindlichen Empfangsgeräten für das "Hausinstrument" des Instituts, das 100-m-Radioteleskop Effelsberg ca. 40 km südwestlich von Bonn, spielt von jeher eine wichtige Rolle. Zunehmend ist auch der Bau von Empfängern für den Submillimeterbereich von Bedeutung, die am APEX-Teleskop in über 5000 m Höhe in Chile zum Einsatz kommen.

Auszubildende in der Werkstatt des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie. Zweiter von rechts: Kevin Lichius.

Ganz aktuell sind zwei Projekte der Flugzeug- und Weltraumastronomie. Der Ferninfrarot-Satellit "Herschel" wurde im vergangenen Jahr erfolgreich gestartet und hat gerade die ersten wissenschaftlichen Ergebnisse geliefert. Der Lokaloszillator, eines der Herzstücke des HIFI-Empfängers auf diesem Satelliten, wurde im Institut gebaut. Ebenfalls ein Produkt aus der Submillimetertechnologie am MPIfR ist der GREAT-Empfänger für das Flugzeug-Observatorium SOFIA, der beim zweiten wissenschaftlichen Flug des Observatoriums noch in diesem Jahr zum Einsatz kommen wird. Komponenten für beide Systeme sind in der Werkstatt in Bonn gefertigt worden.

"Mit unserer Arbeit liefern wir die Grundlage für den Bau von hervorragenden Empfangsgeräten in unseren technischen Abteilungen", sagt Stefan Philipps, der Werkstattleiter am MPIfR. "Und die kommen nicht nur an unseren eigenen Teleskopen zum Einsatz, wie dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg oder APEX in Chile, sondern auch in Flugzeugobservatorien wie SOFIA oder Satelliten wie Herschel. Wir freuen uns, dass wir dazu beitragen können, nicht zuletzt auch mit der Arbeit der Auszubildenden am Institut."

Zur Redakteursansicht