Tag der Offenen Tür am 100-m-Radioteleskop Effelsberg

31. August 2004

Das Radio-Observatorium Effelsberg, die Außenstelle des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR), öffnet am 12. September 2004 von 9:00 - 17:00 Uhr wieder die Pforten für die Öffentlichkeit. Jedermann ist willkommen, das Institutsgebäude und insbesondere das Teleskop aus nächster Nähe zu besichtigen.

Rechtzeitig zum Tag der offenen Tür wird der neue Planetenweg zwischen Besucherparkplatz und Besucherpavillon des Instituts eröffnet. Dadurch wird der Weg zu einem Spaziergang durch unser Sonnensystem. Die Besucher finden in Abständen, die der Größe der Umlaufbahnen entsprechen, Informationen über die neun Planeten unseres Sonnensystems, unserer galaktischen Heimat.

Es gibt die Gelegenheit, mit dem Aufzug bis auf die 23-m-Plattform mit den Kippmotoren hinaufzufahren. Jeder 500. Besucher erhält sogar Einlaß in die Primärfokuskabine, den höchste Punkt des Teleskops an der Spitze der vier Stützbeine. Dann wird der Teleskopspiegel mit den Besuchern um 90 Grad gekippt - der Boden wird zur Wand und die Wand wird zur Decke...

In Vorträgen, Videopräsentationen und Vorführungen bieten die Mitarbeiter des Instituts Einblicke in ihre Arbeit. Mit einem Modell-Spiegel werden Messungen an der Sonne und am Fernsehsatelliten Astra 1D vorgenommen, deren Radio-Strahlung weit stärker ist, als die Strahlung auch der stärksten kosmischen Radioquelle.

Im Steuerraum des Teleskops können die Besucher Messungen an Pulsaren miterleben. Ein Pulsar entsteht bei einer Supernova-Explosion, einer gewaltigen Explosion, die das "Leben" eines Sternes beendet. Nach einer solchen Explosion bleibt ein hochverdichteter sogenannter Neutronenstern zurück, der aus seinen (magnetischen) Polen starke Radiostrahlen aussendet, die aufgrund der Eigenrotation des Sterns, als Folge von kurzen Pulsen von uns empfangen werden.

Weitere Aktivitäten des MPIfR sind z.B. die sogenannte VLBI und das Projekt APEX.

Bei VLBI - das Kürzel steht für Very Long Baseline Interferometry - werden Radioteleskope aus mehreren Kontinenten und sogar im All gleichzeitig auf das gleiche Ziel gerichtet, um die Winkelauflösung oder Trennschärfe der Messung zu erhöhen.

APEX (Atacama Pathfinder EXperiment) ist ein unter Leitung von Wissenschaftlern des MPIfR gebautes Radioteleskop in der Atacama-Wüste in Chile. Das extrem trockene Klima und die große Höhe von 5000 m über dem Meeresspiegel bieten beste Voraussetzungen für Messungen in einem Wellenlängenbereich von unter einem Millimeter. Gleichzeitig dient es als Prototyp für das geplante Projekt ALMA (Atacama Large Millimeter Array), hier sollen - ebenfalls in Chile - eine ganze Anzahl Teleskope zusammengeschaltet und sozusagen als "Superteleskop" die Erforschung des Himmels der südlichen Hemisphäre voranbringen.

"Diese Projekte sind prominente Beispiele dafür, daß moderne Wissenschaft im allgemeinen und besonders die Astronomie nur in internationaler Kooperation realisierbar ist", so Dr. Anton Zensus, geschäftsführender Direktor am Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn.

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