Jubiläumsweg

1) Einweihung und erste Messung (1971)

"First Light"-Messung mit dem 100-m-Radioteleskop am 23. April 1971.

Die erste Station zeigt die Einweihung des Radioteleskops nach rund dreijähriger Bauzeit am 12. Mai 1971. Bereits am 23. April, konnte mit dem Supernova-Überrests HB21 die erste erfolgreiche Messung ("First Light") mit dem Radioteleskop Effelsberg durchgeführt werden.

Von hier aus haben wir eine Gesamtstrecke von 50 Jahren (5 km) bis zum Ziel.

2) Volle Inbetriebnahme und erste Pulsarmessung (1972)

Erste Pulsarmessungen mit dem 100-m-Radioteleskop aus dem Jahr 1972.

Zum 1. August 1972 erfolgte die volle Inbetriebnahme des Radioteleskops Effelsberg und seiner Empfangsanlagen. In diesem Jahr gelangen die ersten Pulsarmessungen bei 2,8 cm Wellenlänge und damit der bis dahin kürzesten Wellenlänge für diese schnell rotierenden Objekte.

Vom Start aus wurde ein Jahr (100 m) zurückgelegt; es bleiben noch 49 Jahre (4,9 km) bis zum Ziel.

3) Erste interkontinentale VLBI-Experimente (1973)

Das globale VLBI-Netzwerk mit Radioteleskopen auf verschiedenen Kontinenten.

Das Radioteleskop Effelsberg wurde bereits sehr früh in ein weltweites Netzwerk von Radioteleskopen ("Very Long Baseline Inferometry", VLBI) eingebunden. Im Jahr 1973 fanden die ersten Messungen mit transatlantischen Basislinien statt, durch die Verbindung des 100-m-Teleskops mit amerikanischen Radioteleskopen.

Vom Start aus wurden zwei Jahre (200 m) zurückgelegt; es bleiben noch 48 Jahre (4,8 km) bis zum Ziel.

4) Sonnensonde "HELIOS" & Andromeda-Galaxie (1974)

Bild der deutschen Sonnensonde "HELIOS".

Im Jahr 1974 wurde das Radioteleskop Effelsberg für sechs Monate tagsüber als Empfangsstation für die Sonnensonde HELIOS, das erste große Projekt der deutschen Raumfahrt, genutzt. Im gleichen Jahr wurde erstmals eine komplette Karte der Radiostrahlung der Andromedagalaxie M31 bei 11 cm Wellenlänge veröffentlicht.

Vom Start aus wurden drei Jahre (300 m) zurückgelegt; es bleiben noch 47 Jahre (4,7 km) bis zum Ziel.

Radiokarte der Andromeda-Galaxie bei 11 cm Wellenlänge.

5) Wasser und Ammoniak in anderen Galaxien (1977/79)

Spektroskopische Linie des Wassermoleküls bei 1,3 cm Wellenlänge.

Das Radioteleskop Effelsberg ist durch seine hohe Empfindlichkeit bestens geeignet für die Messungen von extrem schwachen Radiosignalen. Damit konnten zum ersten Mal Wasser (1977 in M33) und Ammoniak (1979 in IC342) in anderen Galaxien in mehreren Millionen Lichtjahren Entfernung nachgewiesen werden.

Vom Start aus wurden sieben Jahre (700 m) zurückgelegt; es bleiben noch 43 Jahre (4,3 km) bis zum Ziel.

 

6) Radiokarte des gesamten Himmels (1982)

Radiokarte des gesamten Himmels bei 73-cm-Wellenlänge.

Nach rund zehnjähriger Messzeit mit den drei damals größten Radioteleskopen der Erde (Effelsberg: 100 m, Jodrell Bank: 76 m, Parkes: 64 m Durchmesser) wurde im Jahr 1982 die genaueste Karte der Radiostrahlung des gesamten Himmels bei 73 cm Wellenlänge präsentiert.

Vom Start aus wurden 11 Jahre (1,1 km) zurückgelegt; es bleiben noch 39 Jahre (3,9 km) bis zum Ziel.

7) Ammoniak als kosmisches Thermometer (1983)

Energieniveaus unterschiedlicher Linienübergänge des Ammoniak-Moleküls.

Beobachtungen einer ganzen Reihe spektroskopischer Linien des Ammoniakmoleküls NH3 mit dem Radioteleskop Effelsberg führen zur Einführung eines kosmischen Thermometers zur Bestimmung der Temperatur von Molekülwolken.

Vom Start aus wurden 12 Jahre (1,2 km) zurückgelegt; es bleiben noch 38 Jahre (3,8 km) bis zum Ziel.

 

8) Kurzzeitvariabilität kosmischer Radioquellen (1987)

Kurzzeitvariabilität der Radioquelle 0917+624.

Mit dem Radioteleskop Effelsberg wurde die Kurzzeitvariabilität von extragalaktischen Radioquellen entdeckt. In den Zentralbereichen von extrem weit entfernten aktiven Galaxien (z.B. 0917+624, neun Milliarden Lichtjahre) findet man Helligkeitswechsel binnen weniger Stunden und kann so Strukturen von der Größe unseres Sonnensystems nachweisen.

Vom Start aus wurden 16 Jahre (1,6 km) zurückgelegt; es bleiben noch 34 Jahre (3,4 km) bis zum Ziel.

9) Kosmische Magnetfelder/Zeeman-Effekt (1989)

Messung kosmischer Magnetfelder mit dem Zeeman-Effekt.

Als Zeeman-Effekt bezeichnet man die Aufspaltung von Spektrallinien in Magnetfeldern (Nobelpreis für Pieter Zeeman 1902). Dieser Effekt konnte für das Wassermolekül H2O erstmals mit dem Radioteleskop Effelsberg nachgewiesen werden und ermöglicht die Untersuchung von Magnetfeldern in Molekülwolken.

Vom Start aus wurden 18 Jahre (1,2 km) zurückgelegt; es bleiben noch 32 Jahre (3,2 km) bis zum Ziel.

 

 

10) Austausch der kompletten Laufschiene (1996)

Austausch der kompletten Laufschiene im Jahr 1996.

Ein Schienenkreis von 64 m Durchmesser trägt das komplette Gewicht des Radioteleskops Effelsberg. Nach 25 Jahren Betrieb musste diese Schiene komplett ausgewechselt werden. Dazu musste das Teleskop mit seinen 3200 Tonnen Gewicht für die Zeit des Schienenwechsels sozusagen "aufgebockt" werden.

Vom Start aus wurden 25 Jahre (2,5 km) zurückgelegt; es bleiben noch 25 Jahre (2,5 km) bis zum Ziel.

11) Bahnelemente/Präzession Pulsar 1913+16 (1998)

Präzessionsbewegung eines Pulsars im Gravitationsfeld.

Die allgemeine Relativitätstheorie Einsteins sagt bei der Bewegung eines Pulsars im Gravitationsfeld eines Begleitsterns einer kontinuierlichen Änderung der Richtung seiner Rotationsachse (geodätische Präzession) voraus. Mit dem Radioteleskop Effelsberg ist es zum ersten Mal gelungen, diesen Effekt für den Pulsar PSR 1913+16 nachzuweisen.

Vom Start aus wurden 27 Jahre (2,7 km) zurückgelegt; es bleiben noch 23 Jahre (2,3 km) bis zum Ziel.

 

12) Magnetfeld der Andromeda-Galaxie (2003)

Magnetfeld der Andromeda-Galaxie.

Die systematische Untersuchung der Magnetfelder von Galaxien und des Magnetfelds unserer Milchstraße wurde durch Beobachtungen der polarisierten Radiostrahlung mit dem Radioteleskop Effelsberg gestartet. Ein schönes Beispiel dafür ist die detaillierte Messung des Magnetfelds unserer Nachbargalaxie M31 bei 6 cm Wellenlänge.

Vom Start aus wurden 32 Jahre (3,2 km) zurückgelegt; es bleiben noch 18 Jahre (1,8 km) bis zum Ziel.

 

13) Neuer Subreflektor (2006)

Der neue Subreflektor unmittelbar vor der Montage im Oktober 2006.

Der Subreflektor des Radioteleskops Effelsberg mit einem Durchmesser von 6,50 m befindet sich nahe dem Brennpunkt an der Spitze der vier Stützbeine. Am 5. Oktober 2006 wurde ein neuer, verbesserter Spiegel mit 100 motorgesteuerten aktiven Oberflächenelementen eingebaut, mit dem die Leistung des Radioteleskops nochmals gesteigert werden konnte.

Vom Start aus wurden 35 Jahre (3,5 km) zurückgelegt; es bleiben noch 15 Jahre (1,5 km) bis zum Ziel.

 

14) LOFAR-Station in Effelsberg (2007)

Antennenelemente der LOFAR-Station Effelsberg.

Die erste deutsche Station des europäischen Niederfrequenz-Radioteleskops LOFAR wurde auf dem Gelände des Radio-Observatoriums Effelsberg errichtet. LOFAR-Stationen sind über mehrere Länder Europas verteilt und über schnelle Datenleitungen direkt miteinander verbunden.

Vom Start aus wurden 36 Jahre (3,6 km) zurückgelegt; es bleiben noch 14 Jahre (1,4 km) bis zum Ziel.

15) Erster Millisekundenpulsar in Effelsberg (2011)

Position von PSR J1745+10 in einer Karte der Gammastrahlung des gesamten Himmels.

Am Radioteleskop Effelsberg laufen spezielle Messprogramme zum Auffinden neuer Pulsare. PSR J1745+10 ist der erste in Effelsberg entdeckte Millisekunden-Pulsar. Es handelt sich dabei um einen sogenannten "Schwarze-Witwe-Pulsar", bei dem die energiereiche Strahlung des Pulsars seinen Partner im Lauf der Zeit nahezu komplett verdampft.

Vom Start aus wurden 39 Jahre (3,9 km) zurückgelegt; es bleiben noch 11 Jahre (1,1 km) bis zum Ziel.

 


Diese Seite wurde ursprünglich als "Jubiläumsweg" zum 40jährigen Bestehen des 100-m-Teleskops mit 14 Stationen von 1971 bis 2011 im Rahmen eines Schülerpraktikums zusammengestellt von Frederick Emde, Elisabeth-von-Thüringen-Gymnasium, Köln-Lindenthal. In der endgültigen Version als Zeitreiseweg wird er 20 Stationen aus der 50jährigen Geschichte des Radioteleskops Effelsberg von 1971 bis 2021 umfassen und wird zum 50jährigen Jubiläum des 100-m-Radioteleskops im Mai 2021 eröffnet.


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