Highlights - allgemeinverständliche Pressemitteilungen von Forschungsergebnissen der Gruppe

Ein langsam rotierender Neutronenstern
Ungewöhnlicher Neutronenstern mit einer Umlaufdauer von 76 Sekunden wird auf einem Sternenfriedhof entdeckt

Ein internationales Team von Wissenschaftlern, darunter auch Astronomen des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie in Bonn, hat einen ungewöhnlichen Neutronenstern entdeckt, der Radiostrahlung aussendet und sich alle 76 Sekunden um die eigene Achse dreht. Das Team, das von Mitgliedern der MeerTRAP-Gruppe („More Transients and Pulsars“) an der Universität Manchester geleitet wird, spricht von einer einzigartigen Entdeckung, da sich dieser Stern auf dem sogenannten Friedhof der Neutronensterne befindet, wo man überhaupt keine Pulsaraktivität erwartet. Die Entdeckung wurde mit dem MeerKAT-Radioteleskop in Südafrika gemacht. mehr
Astronomen enthüllen erstes Bild des supermassereichen Schwarzen Lochs im Herzen der Milchstraße
Eine bahnbrechende Entdeckung mit dem Event-Horizon-Teleskop verbessert unser Verständnis der Vorgänge im Zentrum unserer Galaxie

Astronomen haben das erste Bild des supermassereichen Schwarzen Lochs im Zentrum unserer Milchstraße enthüllt. Das Beobachtungsergebnis liefert überwältigende Beweise dafür, dass es sich bei diesem Objekt tatsächlich um ein Schwarzes Loch handelt, und gibt wertvolle Hinweise auf die Funktionsweise solcher Giganten, von denen man annimmt, dass sie im Zentrum der meisten Galaxien auftreten. Das Bild wurde von einem globalen Forschungsteam, der Event-Horizon-Teleskop- (EHT-) Kollaboration, unter Verwendung von Beobachtungen mit einem weltweiten Netz von Radioteleskopen erstellt.  Das Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR) in Bonn spielt eine wichtige Rolle in allen Phasen dieser Entdeckung, von der Gründung und dem Aufbau der EHT-Kollaboration bis hin zur endgültigen Erstellung und Interpretation der Beobachtungsergebnisse. mehr
Die Jagd nach dem Gravitationswellenhintergrund
Suche nach langwelligen Gravitationswellensignalen mit dem Fermi-Satelliten der NASA

Miteinander verschmelzende supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren wechselwirkender Galaxien füllen das Universum mit extrem niederfrequenten Gravitationswellen.  Astronomen haben bereits mit großen Radioteleskopen nach diesen Wellen gesucht, um die subtilen Auswirkungen dieser Raumzeitwellen auf die von Pulsaren in unserer Galaxie ausgesandten Radiowellen zu beobachten.  Ein internationales Team von Wissenschaftlern hat nun gezeigt, dass auch hochfrequente Gammastrahlung, aufgenommen mit dem Fermi-Teleskop der NASA, für diese Suche genutzt werden kann.  Die Verwendung von Gammastrahlen anstelle von Radiowellen ermöglicht einen klareren Blick auf die Pulsare und bietet eine unabhängige und ergänzende Möglichkeit zum Nachweis von Gravitationswellen. mehr
Kosmische Radioblitze an einem überraschenden Ort im Weltraum entdeckt
Lokalisierung einer wiederkehrenden Quelle von Radiostrahlungsausbrüchen in der nahen Galaxie M81

Astronomen wurden von einer Quelle mysteriöser Radiostrahlungsausbrüche am Himmel, so genannter schneller Radiobursts, im bisher geringsten Abstand von der Erde überrascht. Präzisionsmessungen mit Radioteleskopen haben ergeben, dass die Ausbrüche in einem Kugelsternhaufen, einem System alter Sterne, entstanden sind, und zwar auf eine Weise, die niemand so erwartet hatte. Der Ursprung in der nahen Spiralgalaxie M 81 stellt die der Erde nächstgelegene Quelle von Radioblitzen dar. mehr
Die Suche nach einem kosmischen Gravitationswellenhintergrund
Weltweites Radioteleskop-Netzwerk verstärkt Signal, das auf Gravitationswellen extrem niedriger Frequenz im Nanohertzbereich hinweisen könnte

Ein internationales Team von Astronomen, darunter eine Reihe von Wissenschaftlern aus dem Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie, gibt die Ergebnisse einer umfassenden Suche nach einem niederfrequenten Gravitationswellenhintergrund bekannt. Gravitationswellen mit Wellenlängen von mehreren Lichtjahren im Nanohertzbereich werden von der allgemeinen Relativitätstheorie vorhergesagt. Sie durchdringen die gesamte Raumzeit und könnten von Verschmelzungen der massereichsten schwarzen Löcher im Universum oder von Ereignissen kurz nach der Entstehung des Universums im Urknall herrühren. mehr
Einstein erneut erfolgreich

Einstein erneut erfolgreich

13. Dezember 2021
Die allgemeine Relativitätstheorie übersteht eine Reihe präziser Tests in einem extremen Doppelsternsystem

Ein internationales Team von Forschern aus zehn Ländern unter der Leitung von Michael Kramer vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn hat in einem 16 Jahre dauernden Experiment Einsteins allgemeine Relativitätstheorie mit einigen der bisher rigidesten Tests überprüft. Sie erforschten ein einzigartiges Sternpaar mit extremen Eigenschaften, zwei sogenannte Pulsare, die einander in einem Doppelsternsystem umkreisen. Bei den Untersuchungen, an denen sieben Radioteleskope auf der ganzen Welt beteiligt waren, traten neue relativistische Effekte zutage, die erwartet worden waren, nun aber zum ersten Mal beobachtet wurden. Die Theorie von Einstein, die zu einer Zeit entwickelt wurde, als man sich weder diese Typen von extremen Sternen noch die zu ihrer Untersuchung verwendeten Techniken vorstellen konnte, stimmt mit den Beobachtungen besser als 99,99 % überein. mehr
Jet der Riesengalaxie M87: Computermodellierung erklärt Beobachtungen am schwarzen Loch
22.November 2021
In verschiedenen Wellenlängen lässt sich ein gigantischer Teilchenstrahl beobachten, der von der elliptischen Riesengalaxie M87 ausgestoßen wird. Dr. Alejandro Cruz-Osorio und Prof. Luciano Rezzolla von der Goethe-Universität Frankfurt ist es gemeinsam mit einem internationalen Team unter Beteiligung von Prof. Michael Kramer (MPIfR Bonn) im Rahmen des BlackHoleCam-Forschungsprojekts  nach aufwändigen Supercomputer-Berechnungen gelungen, ein theoretisches Modell zur Entstehung dieses Jets zu entwickeln. Die berechneten Bilder stimmen außergewöhnlich gut mit den astronomischen Beobachtungen überein und bestätigen erneut Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie (Pressemeldung der Universität Frankfurt vom 4. November 2021). mehr
Auf dem Weg zum Nachweis des Gravitationswellen-Hintergrunds im Nanohertz-Bereich
Das European Pulsar Timing Array markiert einen wichtigen Schritt nach vorn

Die Forschungs-Kollaboration EPTA (das „European Pulsar Timing Array“) berichtet über das Ergebnis einer 24-jährigen Beobachtungskampagne mit den fünf größten europäischen Radioteleskopen, die zu einem möglichen Signal für den seit langem gesuchten Gravitationswellenhintergrund (GWB) geführt hat, der von einander in geringem Abstand umkreisenden supermassereichen Schwarze Löchern in den Zentren von Galaxien erwartet wird. Die Kollaboration bringt Teams von Astronomen an den Instituten der großen europäischen Radioteleskope zusammen, darunter das 100-Meter-Radioteleskop Effelsberg des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR) in Bonn, sowie Forschergruppen, die auf die Datenanalyse und die Modellierung von Gravitationswellensignalen spezialisiert sind. Obwohl ein eindeutiger Nachweis damit noch nicht gelungen ist, so stellt es doch einen wichtigen Schritt im Bemühen dar, erstmals Gravitationswellen bei sehr niedrigen Frequenzen im Nanohertz-Bereich aufzuspüren. Das Auffinden des Signals ist das Ergebnis einer beispiellos detaillierten Analyse, bei der zwei unabhängige Methoden zum Einsatz kamen, und zeigt ebenfalls eine starke Ähnlichkeit mit den Ergebnissen der Analysen von anderen Teams. mehr
Mehr als tausend kosmische Explosionen in FRB 121102 von FAST entdeckt
13. Oktober 2021
Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Di Li and Pei Wang (National Astronomical Observatories of the Chinese Academy of Sciences) unter Mitwirkung von Marylin Cruces, Michael Kramer und Laura Spitler vom Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie hat mit dem „Five-hundred-meter Aperture Spherical radio Telescope“ (FAST) eine extreme Folge kosmischer Explosionen der Fast-Radio-Burst-Quelle FRB 121102 aufgezeichnet. Innerhalb von 47 Tagen wurden insgesamt 1.652 unabhängige Ausbrüche entdeckt (Nature-Veröffentlichung & NAOC-Pressemitteilung vom 13. Oktober 2021, in englischer Sprache). mehr
GLOSTAR – auf der Suche nach atomarem und molekularem Gas in der Milchstraße
Zwei leistungsfähige Teleskope führen zu den detailreichsten Radiokarten der nördlichen Ebene der Milchstraße

Durch die Kombination von zwei der leistungsfähigsten Radioteleskope der Erde hat ein internationales Forscherteam unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR) in Bonn die bisher empfindlichsten Karten der Radiostrahlung großer Teile der nördlichen galaktischen Ebene erstellt. Die Daten wurden mit dem Karl G. Jansky Very Large Array (VLA) in New Mexico in zwei verschiedenen Konfigurationen und dem 100-m-Radioteleskop des MPIfR in Effelsberg bei Bonn aufgenommen. Damit steht erstmals eine Radiokartierung zur Verfügung, die alle Winkelskalen bis hinunter zu 1,5 Bogensekunden abdeckt. Das entspricht der scheinbaren Größe eines auf dem Boden liegenden Tennisballs, gesehen aus einem Flugzeug in der Luft. Im Gegensatz zu früheren Kartierungen beobachtet GLOSTAR nicht nur das Radiokontinuum im Frequenzbereich von 4-8 GHz mit voller Polarisation, sondern gleichzeitig auch Spektrallinien, die das molekulare Gas (aus Methanol und Formaldehyd) und atomares Gas über Radio-Rekombinationslinien nachzeichnen. mehr
Radioteleskop FAST weist 3D-Spin-Geschwindigkeitsausrichtung in einem Pulsar nach
Auf Grundlage von Beobachtungen mit dem chinesischen „Five-hundred-meter Aperture Spherical Radio Telescope“ (FAST) hat ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Jumei Yao unter Beteiligung von Michael Kramer vom MPIfR den ersten Nachweis für eine dreidimensionale (3D) Ausrichtung der Spin-Geschwindigkeit in Pulsaren gefunden. Die Veröffentlichung der Ergebnisse erfolgt am 6. Mai in der Fachzeitschrift „Nature Astronomy“ (CAS-Pressemitteilung vom 7. Mai 2021, in englischer Sprache).
mehr
Ein neues Teleskop zur Erforschung von Einsteins Relativitätstheorie und Objekten höchster Dichte im Universum
Mit dem südafrikanischen MeerKAT-Teleskop führen Astronomen systematische Untersuchungen von Binärpulsaren für Tests der Gravitation durch

Eine internationale Gruppe von Astronomen unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR) in Bonn und der University of British Columbia (UBC) in Vancouver hat erste Ergebnisse eines groß angelegten Programms vorgestellt, bei dem Beobachtungen mit dem südafrikanischen MeerKAT-Radioteleskop dazu verwendet werden, die Theorien von Einstein mit noch nie dagewesener Genauigkeit zu testen.
mehr
Die Entdeckung von acht neuen Millisekunden-Pulsaren
Die Untersuchung der Zentralregionen von Kugelsternhaufen mit dem MeerKAT-Radioteleskop in Südafrika auf der Suche nach sehr schwachen Pulsarsignalen

Eine Gruppe von Astronomen unter der Leitung des italienischen Nationalen Instituts für Astrophysik (INAF) und des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR) in Bonn hat mit dem südafrikanischen MeerKAT-Radioteleskop acht Millisekunden-Pulsare entdeckt, die sich in Kugelsternhaufen mit hoher Sterndichte befinden. Millisekundenpulsare sind Neutronensterne und damit die dichtesten bekannten Sterne, die sich bis zu 700 Mal pro Sekunde um ihre Achse drehen.
mehr
Auf der Jagd nach einem berühmten Radiostrahlungsausbruch
FRB20180916B lässt sich nur schwer eingrenzen

Zwei internationale Teams von Astronomen haben den Ursprung der im schnellen Radiostrahlungsausbruch FRB20180916B erzeugten Blitze eingegrenzt, indem sie diese einerseits mit der höchsten Zeitauflösung und andererseits bei den niedrigsten möglichen Frequenzen untersucht haben. Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Ausbrüche in einem sehr kleinen Bereich nahe der Oberfläche eines Neutronensterns erzeugt werden, der möglicherweise einen massereichen Stern umkreist. Allerdings werfen diese Ereignisse auch neue Rätsel auf.
mehr
Zur Redakteursansicht