High Time Resolution Universe

Pulsare, die bei der HTRU-Pulsar-Suche bis Januar 2015 entdeckt wurden, der 408-MHz-Karte (Haslam et al. 1982, A&AS 47, 1) überlagert. Bild vergrößern
Pulsare, die bei der HTRU-Pulsar-Suche bis Januar 2015 entdeckt wurden, der 408-MHz-Karte (Haslam et al. 1982, A&AS 47, 1) überlagert.

Der „High-Time-Resolution-Universe (HTRU) Survey” ist eine Durchmusterung zur Suche nach Pulsaren und anderen veränderlichen Radioquellen bei einer Frequenz von 1400 MHz.

Der Südhimmel wird mit dem 13-Horn-Empfänger am Parkes 64-m-Teleskop und der Nordhimmel mit dem 7-Horn-Empfänger am Effelsberger 100-m-Teleskop beobachtet. Bei den Beobachtungen in beiden Hemisphären wird die gleiche Empfindlichkeit erwartet.

Diese Durchmusterung hat eine viel größere Frequenz- und Zeit-Auflösung als vorhergegangene Beobachtungen, wie der „Parkes Multi-Beam Survey”. Daher wird sie viel weniger von Effekten wie „dispersive Verschmierung” (Auswaschen der Pulse durch Dispersion) beeinflusst. Dadurch kann sie eine viel größere Zahl an Millisekunden-Pulsaren entdecken, insbesondere in der Galaktischen Ebene, in der die Dichte von Pulsaren allgemein höher ist, aber die Signale auch größerer Dispersion unterliegen. Diese Durchmusterung wird sehr wahrscheinlich mehrere hundert  Millisekunden-Pulsare entdecken, die großartige Laboratorien für das Studium der Grundlagen der Physik, von Gravitations-Astronomie und Astrophysik im Allgemeinen sind. Darüber hinaus ist der Effelsberg-Teil der Durchmusterung die erste Pulsar-Durchmusterung des Nordhimmels in 30 Jahren. Das bedeutet, dass wir einen mit aktueller Empfindlichkeit noch nie beobachteten Himmel beobachten. Die Durchmusterung des Nordhimmels hat auch den Vorteil, dass neuen Entdeckungen schnell mit Beobachtungen einer großen Zahl von Radio-Teleskopen gefolgt werden kann, was die wissenschaftlichen Ergebnisse maximiert.
 
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