Öffentliche Vorträge im Besucherpavillon am Radioteleskop Effelsberg
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2026
Das Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR) hat in Zusammenarbeit mit der Kurverwaltung/Tourist-Information viele Jahre lang eine öffentliche Vortragsreihe in Bad Münstereifel angeboten.
Da eine Fortführung der Reihe im Ratssaal der Stadt Bad Münstereifel vorerst leider nicht mehr möglich ist, möchten wir vom MPIfR aus unsere Vortragsreihe an anderer Stelle fortsetzen, und zwar im Besucherpavillon in direkter Sichtweite zum Radioteleskop Effelsberg. Parken ist möglich auf dem Besucherparkplatz, Max-Planck-Straße 10, 53902 Bad Münstereifel-Effelsberg. Von dort führt ein knapp 10minütiger Fußweg entlang der Stationen des Effelsberger Planetenwanderwegs bis zum Besucherpavillon (Beginn auf dem Parkplatz mit der Station „Zwergplanet Pluto“ bis zur Station „Sonne“ am Pavillon):
https://www.mpifr-bonn.mpg.de/effelsberg/besucher
https://www.mpifr-bonn.mpg.de/effelsberg/besucher/planetenweg
Die Vorträge werden auch weiterhin zwischen April und Oktober stattfinden, und zwar mit acht Terminen jeweils an einem Samstag. Sie werden bereits etwas früher beginnen, und zwar samstags nachmittags um 17:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Eine vorherige Anmeldung für die Vorträge ist nicht erforderlich. Die Termine für 2026 sind wie folgt:
| Samstag, 18. April 2026: Josephine Benna, M.Sc., MPIfR Bonn: Radioastronomie – das Universum in langen Wellenlängen | ||
| Samstag, 30. Mai 2026: Dr. Jürgen Wirth, Volkssternwarte Bonn: Nicht nur Planeten im Sonnensystem | ||
| Samstag, 13. Juni 2026: Priv.-Doz. Dr. Jürgen Kerp, AIfA Bonn: Die Struktur der Milchstraße | ||
| Samstag, 27. Juni 2026: Dr. Olaf Wucknitz, MPIfR Bonn: LOFAR – ein europaweites Radioteleskop für Beobachtungen im Megahertz-Bereich | ||
| Samstag, 25. Juli 2026: Dr. Norbert Junkes, MPIfR Bonn: Radioteleskope der Welt | ||
| Samstag, 22. August 2026: Dr. Rainer Beck, MPIfR Bonn: Galaxien – einsame Inseln im Weltall | ||
| Samstag, 26. September 2026: Priv.-Doz. Dr. Silke Britzen, MPIfR Bonn: Supermassereiche Schwarze Löcher im Doppelpack | ||
| Samstag, 10. Oktober 2026: Dr. Arnaud Belloche, MPIfR Bonn: Organische Moleküle in der Milchstraße |
Radioastronomie – das Universum in langen Wellenlängen
Josephine Benna, M.Sc., MPIfR Bonn
Die Geburtsstunde der Radioastronomie liegt irgendwo in den frühen 1930er Jahren. Ob es die erste direkte, wenn auch zufällige, Beobachtung von Radiostrahlung bereits Anfang der 1930er durch Karl Jansky ist, oder die Veröffentlichung dieser Entdeckung auf einer Konferenz im April 1933, ab Ende dieses Jahrzehnts war die Radioastronomie fest in der Wissenschaft angekommen. In den fast 100 Jahren, die seitdem vergangen sind, hat die Radioastronomie einige der bedeutendsten Erkenntnisse der modernen Astronomie hervorgebracht. Die Entdeckung der kosmischen Mikrowellenstrahlung, die 21-cm-Linie des neutralen Wasserstoffs, und das Bild vom Schatten eines Schwarzen Lochs, um nur ein paar zu nennen.
Aber was ist eigentlich Radioastronomie? Wie funktionieren radioastronomische Beobachtungen? Was macht ein Radioastronom den ganzen Tag? Und warum ist Radioastronomie, und Astronomie generell, so relevant? Sowohl in der Wissenschaft, als auch im Allgemeinen?
All diesen Fragen und mehr nimmt sich dieser Vortrag an, und versucht, sie so gut wie möglich zu beantworten.
Josephine Benna studiert seit 2018 Physik und Astronomie an der Universität Bonn. Nach dem Bachelorabschluss im Fach Physik hat sie am Max-Planck-Institut für Radioastronomie eine Masterarbeit zum Thema „Morphologie von Gas in Galaxien“ geschrieben.
Nicht nur Planeten im Sonnensystem
Dr. Jürgen Wirth, Volkssternwarte Bonn
Neben der Sonne und ihren acht Planeten gibt es im Sonnensystem eine große, kaum überschaubare Fülle weiterer Körper: Kleinplaneten, Planetoiden, kleine Körper, solche, die bei Annäherung an die Sonne eine Koma und einen Schweif entwickeln, zumeist Kometen, darunter sogar Objekte, deren Ursprung außerhalb des Sonnensystems zu suchen ist, und nicht zu vergessen, der Staub.
Ein Teil dieser Objekte versammelt sich im Planetoidengürtel zwischen Mars und Jupiter, ein anderer im Kuiper-Gürtel jenseits von Pluto. Und es haben sich Familien gebildet, wie z.B. die Plutinos – eine hochinteressante Welt!
Dr. Jürgen Wirth hat in Bonn Physik, Astronomie und Meteorologie studiert und arbeitete 35 Jahre lang am Institut für Geophysik und Meteorologie der Universität zu Köln.
Er initiierte 1972 die Gründung der Volkssternwarte Bonn e.V. und leitete 40 Jahre lang ihre Geschicke.
Die Struktur der Milchstraße
Priv.-Doz. Dr. Jürgen Kerp, AIfA Bonn
LOFAR – ein europaweites Radioteleskop für Beobachtungen im Megahertz-Bereich
Dr. Olaf Wucknitz, MPIfR Bonn
Radioteleskope der Welt
Dr. Norbert Junkes, MPIfR Bonn
Seit knapp 100 Jahren beobachten wir das Universum im Radiowellenbereich. Das Instrument, mit dem Karl Jansky im Jahr 1932 erstmals Radiostrahlung kosmischen Ursprungs nachweisen konnte, stellt das erste Radioteleskop überhaupt dar.
Seitdem ist eine Vielzahl neuer und immer empfindlicherer Radioteleskope in Betrieb genommen worden. Von großen Einzelinstrumenten wie dem 100-m-Radioteleskop bei Bad Münstereifel-Effelsberg bis hin zu Netzwerken aus Radioteleskopen, sogenannten Interferometern, die sich zu einem virtuellen Teleskop von der Größe der Erde zusammenschalten lassen. Die Leistungsfähigkeit steigt noch einmal erheblich, wenn sich Antennen im Weltraum mit den erdgebundenen Netzwerken verbinden lassen.
Das im Bau befindliche SKA-Observatorium mit Stationen in Westaustralien und im südlichen Afrika bildet als Technologie-Projekt in internationaler Zusammenarbeit den derzeitigen Höhepunkt in der Entwicklung von Radioteleskopen.
Dr. Norbert Junkes hat von 1979 bis 1986 an der Universität Bonn Physik und Astronomie studiert (Diplomarbeit 1986), und dann 1989 am Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR) im Fach Astronomie zum Thema "Supernova-Überreste und ihre Wechselwirkung mit dem interstellaren Medium" promoviert. Nach wissenschaftlicher Tätigkeit in Australien (Australia Telescope National Facility, ATNF, Sydney), in Kiel (Institut für Theoretische Physik und Astrophysik) und in Potsdam (Astrophysikalisches Institut Potsdam, AIP) arbeitete er von Februar 1998 bis Dezember 2025 am MPIfR im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Seit Januar 2026 im Ruhestand, ist er nach wie vor in Outreach-Projekten aktiv. Norbert Junkes war von September 2008 bis September 2014 Vorstandsmitglied der Astronomischen Gesellschaft.
Galaxien – einsame Inseln im Weltall
Dr. Rainer Beck, MPIfR Bonn
Supermassereiche Schwarze Löcher im Doppelpack
Priv.-Doz. Dr. Silke Britzen., MPIfR Bonn
Organische Moleküle in der Milchstraße
Dr. Arnaud Belloche, MPIfR Bonn


