Galaxien – einsame Inseln im Weltall?

Öffentlicher astronomischer Vortrag am 22. August 2026 im Besucherpavillon am Radioteleskop Effelsberg

18. August 2026

Am Samstag, 22. August 2026, finden der nächste Vortrag der Astronomiereihe des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR) im Besucherpavillon am Radioteleskop Effelsberg statt.

„Galaxien – einsame Inseln im Weltall?“ lautet der Titel des Vortrags von Rainer Beck, in dem es um die Entstehung von Galaxien im jungen Universum geht. Vor rund 13 Milliarden Jahren, entstanden riesige Gaswolken, in denen sich Sterne bildeten und die Vorläufer der heutigen Milchstraßensysteme oder Galaxien formten. Diese können mit dem neuen "James Webb Space Telescope" beobachtet werden. 

Galaxien senden Radiowellen aus, einerseits in Materiestrahlen oder Jets, die der Umgebung eines zentralen Schwarzen Loches entspringen, andererseits in Form gigantischer Radio-Blasen, die sich weit in den Raum zwischen den Galaxien erstrecken. Galaxien sind vermutlich noch erheblich größer, als derzeitige Messungen im Radiobereich erahnen lassen, und sind wie die Inseln eines Atolls auf großer Skala miteinander verbunden. Eine wichtige Rolle bei der Erforschung der Galaxien spielt seit über 50 Jahren das 100-m-Radioteleskop.

Bis zum Oktober 2026 werden noch zwei weitere Vorträge im Besucherpavillon stattfinden, zu supermassereichen Schwarzen Löchern in den Zentren von Galaxien und zu organischen Molekülen in der Milchstraße.

Das Max-Planck-Institut für Radioastronomie organisiert in Zusammenarbeit mit der Kurverwaltung/Touristinformation seit vielen Jahre lang eine öffentliche Vortragsreihe in Bad Münstereifel.

Seit 2024 finden die Veranstaltungen im Besucherpavillon am Radioteleskop Effelsberg (Max-Planck-Straße 10, 53902 Bad Münstereifel-Effelsberg) statt. Vom Besucherparkplatz aus führt ein knapp 10minütiger Fußweg bis zum Pavillon: entlang der Stationen des Effelsberger Planetenwanderwegs geht es vom Zwergplaneten Pluto auf dem Parkplatz bis zur Station „Sonne“ auf dem Vorplatz des Pavillons.

Die Vorträge finden zwischen April und Oktober jeweils an einem Samstag statt und beginnen um 17:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Bitte beachten Sie, dass elektronische Geräte, vor allem Mobiltelefone, in Reichweite des Teleskops komplett ausgeschaltet oder in Flugmodus gebracht werden sollten, da die ausgesandte Strahlung („Elektrosmog“) die Messungen mit dem Radioteleskop empfindlich beeinträchtigt.

 

Astronomische Vorträge 2026 im Besucherpavillon

Samstag, 18. April 2026: Josephine Benna, M.Sc., MPIfR Bonn: Radioastronomie – das Universum in langen Wellenlängen             

Samstag, 30. Mai 2026: Dr. Jürgen Wirth, Volkssternwarte Bonn: Nicht nur Planeten im Sonnensystem           

Samstag, 13 Juni 2026: Priv.-Doz. Dr. Jürgen Kerp, AIfA Bonn: Die Struktur der Milchstraße                

Samstag, 27. Juni 2026: Dr. Olaf Wucknitz, MPIfR Bonn: LOFAR – ein europaweites Radioteleskop für Beobachtungen im Megahertz-Bereich                    

Samstag, 25. Juli 2026: Dr. Norbert Junkes, MPIfR Bonn: Radioteleskope der Welt

Samstag, 22. August 2026: Dr. Rainer Beck, MPIfR Bonn: Galaxien – einsame Inseln im Weltall                

Samstag, 26. September 2026: Priv.-Doz. Dr. Silke Britzen, MPIfR Bonn: Supermassereiche Schwarze Löcher im Doppelpack             

Samstag, 10. Oktober 2026: Dr. Arnaud Belloche, MPIfR Bonn: Organische Moleküle in der Milchstraße

https://www.mpifr-bonn.mpg.de/vortraege/bm2026

 

Galaxien – einsame Inseln im Weltall?    

Sechster astronomischer Vortrag am Samstag, 22. August 2026, 17:00 Uhr

Dr. Rainer Beck, MPIfR Bonn

Im jungen Universum, vor rund 13 Milliarden Jahren, entstanden riesige Gaswolken. Dort bildeten sich Sterne und formten die Vorläufer der heutigen Milchstraßensysteme (Galaxien), die mit dem neuen "James Webb Space Telescope" beobachtet werden können. Galaxien senden auch Radiowellen aus, einige in Strahlen, die der Umgebung eines zentralen Schwarzen Loches entspringen, oder als gigantische Radio-Blasen, die sich weit in den Raum zwischen den Galaxien erstrecken. Galaxien sind vermutlich noch erheblich größer, als die Messungen im Radiobereich erahnen lassen, und sind wie die Inseln eines Atolls untereinander verbunden. Eine wichtige Rolle bei der Erforschung der Galaxien spielt seit über 50 Jahren das 100-m-Radioteleskop.
 

Biographische Angaben:

Dr. Rainer Beck hat von 1969 bis 1975 an der Ruhr-Universität Bochum Physik und Astronomie studiert. Er hat 1979 in Bonn in Astronomie promoviert und war von 1980 bis 2016 Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn. Sein Hauptarbeitsgebiet waren die Magnetfelder in Galaxien; seine Forschungsgebiete umfassten darüber hinaus auch Radiohalos von Galaxien und Kosmische Strahlung. Er hat eine Reihe von Tagungen zu diesem Thema organisiert, z.B. "The Origin and Evolution of Cosmic Magnetism" in Bologna (September 2005), und ist Mitherausgeber des Fachbuchs "Cosmic Magnetic Fields" aus dem Jahr 2005. Seit 2016 im Ruhestand, befasst er sich nach wie vor am MPIfR mit dem Thema Magnetfelder in Galaxien.

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