Prof. Dr. J. Anton Zensus wird emeritiert – prägende Figur der internationalen Radioastronomie
Zum 1. Februar 2026 wird Prof. Dr. J. Anton Zensus als Direktor der Abteilung Radioastronomie / Very Long Baseline Interferometrie (VLBI) am Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR) emeritiert. Er bleibt dem Institut als Direktor emeritus und wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft verbunden.
Prof. Zensus hat über mehr als drei Jahrzehnte die internationale Radioastronomie und den Aufbau globaler wissenschaftlicher Kooperationen maßgeblich geprägt. Seine Arbeit verband wissenschaftliche Exzellenz mit der Entwicklung internationaler Forschungsinfrastrukturen und trug dazu bei, Radioastronomie als weltweit vernetztes Instrument der modernen Astrophysik zu etablieren.
Ein besonderer Meilenstein war seine zentrale Rolle beim Aufbau und in der internationalen Koordination des Event Horizon Telescope (EHT), das 2019 die erste direkte Abbildung eines Schwarzen Lochs ermöglichte. Darüber hinaus wirkte er an der Entwicklung und Nutzung globaler VLBI-Netzwerke sowie an der wissenschaftlichen Vorbereitung internationaler Großprojekte wie dem Square Kilometre Array (SKA) mit.
Neben seiner Forschung engagiert sich Prof. Zensus nachhaltig für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und für die Stärkung transatlantischer und internationaler Zusammenarbeit in der Grundlagenforschung. Für seine wissenschaftlichen Leistungen wurde er unter anderem mit der Karl-Schwarzschild-Medaille (2024) und der Tycho-Brahe-Medaille (2023) ausgezeichnet sowie mit einem Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats (M2FINDERS) gefördert.
Auch nach seiner Emeritierung wird Prof. Zensus seine Erfahrung und Perspektive in ausgewählten wissenschaftlichen und institutionellen Rollen in die Arbeit des MPIfR und der internationalen Forschungsgemeinschaft einbringen.
