Radioteleskope, Kleinplaneten und Galaxien
Astronomische Themenvorträge 2026 im Besucherpavillon am Radioteleskop Effelsberg
Am Samstag, 18. April 2026, findet der erste Vortrag der diesjährigen astronomischen Vortragsreihe des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR) statt.
Bis zum Oktober 2026 gibt es insgesamt acht Vorträge zu unterschiedlichen astronomischen Themen. Sie beginnen mit einer Darstellung der Radioastronomie zur Erforschung des Universums bei langen Wellenlängen und umfassen in diesem Jahr Themen von Kleinplaneten in unserem Sonnensystem über Galaxien als Inseln im Weltall bis hin zu supermassereichen Schwarzen Löchern in den Zentren von Galaxien.
Zwei Vorträge befassen sich mit Radioteleskopen; zum einen geht es um Radioteleskope der Welt, zum anderen um LOFAR, ein europaweites Radioteleskop-Netzwerk bei niedriger Frequenz mit einer von 30 Einzelstationen auf dem Gelände des Radio-Observatoriums Effelsberg. Ein weiteres Thema ist unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße, mit einem Vortrag zu ihrer Struktur. Die abschließende Präsentation am 10. Oktober handelt von organischen Molekülen in der Milchstraße.
Das Max-Planck-Institut für Radioastronomie hatte in Zusammenarbeit mit der Kurverwaltung/Touristinformation seit vielen Jahre lang eine öffentliche Vortragsreihe in Bad Münstereifel angeboten.
Seit 2024 finden die Veranstaltungen im Besucherpavillon am Radioteleskop Effelsberg (Max-Planck-Straße 10, 53902 Bad Münstereifel-Effelsberg) statt. Vom Besucherparkplatz aus führt ein knapp 10minütiger Fußweg bis zum Pavillon: entlang der Stationen des Effelsberger Planetenwanderwegs geht es vom Zwergplaneten Pluto auf dem Parkplatz bis zur Station „Sonne“ auf dem Vorplatz des Pavillons.
Die Vorträge finden zwischen April und Oktober jeweils an einem Samstag statt und beginnen um 17:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Bitte beachten Sie, dass elektronische Geräte, vor allem Mobiltelefone, in Reichweite des Teleskops komplett ausgeschaltet oder in Flugmodus gebracht werden sollten, da die ausgesandte Strahlung („Elektrosmog“) die Messungen mit dem Radioteleskop empfindlich beeinträchtigt.
----------------------------------------------------
Astronomische Vorträge 2026 im Besucherpavillon
Samstag, 18. April 2026: Josephine Benna, M.Sc., MPIfR Bonn: Radioastronomie – das Universum in langen Wellenlängen
Samstag, 30. Mai 2026: Dr. Jürgen Wirth, Volkssternwarte Bonn: Nicht nur Planeten im Sonnensystem
Samstag, 13 Juni 2026: Priv.-Doz. Dr. Jürgen Kerp, AIfA Bonn: Die Struktur der Milchstraße
Samstag, 27. Juni 2026: Dr. Olaf Wucknitz, MPIfR Bonn: LOFAR – ein europaweites Radioteleskop für Beobachtungen im Megahertz-Bereich
Samstag, 25. Juli 2026: Dr. Norbert Junkes, MPIfR Bonn: Radioteleskope der Welt
Samstag, 22. August 2026: Dr. Rainer Beck, MPIfR Bonn: Galaxien – einsame Inseln im Weltall
Samstag, 26. September 2026: Priv.-Doz. Dr. Silke Britzen, MPIfR Bonn: Supermassereiche Schwarze Löcher im Doppelpack
Samstag, 10. Oktober 2026: Dr. Arnaud Belloche, MPIfR Bonn: Organische Moleküle in der Milchstraße
https://www.mpifr-bonn.mpg.de/vortraege/bm2026
Radioastronomie – das Universum in langen Wellenlängen
Eröffnungsvortrag am Samstag, 18. April 2026, 17:00 Uhr
Josephine Benna, M.Sc., MPIfR Bonn
Die Geburtsstunde der Radioastronomie liegt irgendwo in den frühen 1930er Jahren. Ob es die erste direkte, wenn auch zufällige, Beobachtung von Radiostrahlung bereits Anfang der 1930er durch Karl Jansky ist, oder die Veröffentlichung dieser Entdeckung auf einer Konferenz im April 1933, ab Ende dieses Jahrzehnts war die Radioastronomie fest in der Wissenschaft angekommen. In den fast 100 Jahren, die seitdem vergangen sind, hat die Radioastronomie einige der bedeutendsten Erkenntnisse der modernen Astronomie hervorgebracht. Die Entdeckung der kosmischen Mikrowellenstrahlung, die 21-cm-Linie des neutralen Wasserstoffs, und das Bild vom Schatten eines Schwarzen Lochs, um nur ein paar zu nennen.
Aber was ist eigentlich Radioastronomie? Wie funktionieren radioastronomische Beobachtungen? Was macht ein Radioastronom den ganzen Tag? Und warum ist Radioastronomie, und Astronomie generell, so relevant? Sowohl in der Wissenschaft, als auch im Allgemeinen?
All diesen Fragen und mehr nimmt sich dieser Vortrag an, und versucht, sie so gut wie möglich zu beantworten.
Biographische Angaben:
Josephine Benna studiert seit 2018 Physik und Astronomie an der Universität Bonn. Nach dem Bachelorabschluss im Fach Physik hat sie am Max-Planck-Institut für Radioastronomie eine Masterarbeit zum Thema „Morphologie von Gas in Galaxien“ geschrieben.

