Dr. Norbert Junkes:
Astrobiologie - mehr als Science Fiction!
Astrobiologie - da denkt man zunächst vielleicht
an kleine grüne
Männchen, Aliens und den ganzen Zoo, der sich seit über
100 Jahren durch das Gebiet der Science Fiction (in Buch, Film und
Fernsehen) zieht.
Es ist aber durchaus mehr, nämlich ein intradisziplinäres
Forschungsgebiet, das Astronomie, Physik, Chemie, Biologie und Geologie
auf der Suche nach
Leben
im Universum verbindet.
Die Spannweite der
Astrobiologie
reicht von der Suche nach
einfachen Lebensformen auf Planeten und Monden in unserem Sonnensystem
(z.B.
Mars Express und
Cassini-Huygens)
bis zur inzwischen in über
750 Fällen
erfolgreichen Suche
nach
extrasolaren Planeten. Auch
SETI,
die Suche nach künstlichen Signalen aus dem
Weltraum gehört in diesen Zusammenhang
(
CONTACT - Der Film).
Das
APEX-Teleskop des MPI für Radioastronomie
trägt
zur Erforschung komplexer Moleküle und
Biomoleküle im
interstellaren Raum bei. Es steht in über 5000 m
über dem Meeresspiegel in der Atacama-Wüste in Chile;
erst in so großer Höhe wird der
Submillimeter-Bereich des
Spektrums bis zu Frequenzen oberhalb von 1 Terahertz zugänglich.
Die Erforschung von Planeten außerhalb unseres
Sonnensystems hat, nicht zuletzt durch die aktuellen Beobachtungsergebnisse mit
den Raumsonden
CoRoT und
Kepler,
inzwischen erstaunliche
Ergebnisse zustande gebracht, z.B. ein Planet mit nur knapp doppelter
Erdmasse,
der Nachweis unterschiedlicher atomarer Bestandteile in der Atmosphäre
oder eine (wenn auch grobe) Darstellung der Temperaturverteilung auf der
Oberfläche eines extrasolaren Planeten.
Eine zweite Erde ist allerdings nach wie vor nicht in Sicht.
Biographische Angaben:
Dr.
Norbert
Junkes hat von 1979 bis 1986 an der
Universität
Bonn Physik und Astronomie studiert (Diplomarbeit 1986), und dann
1989 am Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR) im Fach
Astronomie
zum Thema "Supernova-Überreste und ihre Wechselwirkung mit dem
interstellaren Medium" promoviert. Nach wissenschaftlicher
Tätigkeit
in Australien
(
Australia Telescope National
Facility, ATNF, Sydney), in Kiel
(
Institut für
Theoretische Physik und Astrophysik)
und in Potsdam
(
Astrophysikalisches
Institut Potsdam,
AIP) arbeitet er seit Februar 1998 am MPIfR im Bereich der
Öffentlichkeitsarbeit.
Norbert Junkes ist seit 2008 im Vorstand der
Astronomischen Gesellschaft.
http://www.mpifr-bonn.mpg.de/staff/junkes/astrobio.html
Last modified by njn on Thursday, February 9th, 2012.
njunkes @ mpifr-bonn.mpg.de