Wie Schwan und Andromeda auf kosmische Briefmarken kamen

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BAG der Freien Wohlfahrtspflege e. V.
Am 14. Oktober sind die neuen Wohlfahrtsmarken zum Thema "Kosmos"
erschienen. Sie zeigen
fünf herausragende Beispiele der modernen astronomischen Forschung.
Die Vorlagen stammen vom
Max-Planck-Institut
für Astronomie in Heidelberg (Jupiter), vom
Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik in Garching
(Supernova-Überrest, Himmel im Gamma-Licht) sowie vom
Bonner Max-Planck-Institut
für Radioastronomie
(Milchstraße im Schwan und Andromeda-Galaxie).
Im folgenden einige zusätzliche Informationen über die beiden
"Bonner Briefmarken".
Die beiden Abbildungen zeigen diejenigen Briefmarken aus der Serie
"Unser Kosmos", die
Meßergebnisse enthalten, die mit dem
100-m-Radioteleskop des Bonner
Max-Planck-Instituts für
Radioastronomie gewonnen worden sind. Bilder von allen fünf
Briefmarken der Serie sind über folgende Seiten zugä:nglich
(wikipedia):
Andromeda-Galaxie
Sternbild Schwan
Supernova im Röntgenlicht
Kometenkollision mit Jupiter
Gesamthimmel im Gammalicht
Motivauswahl und Textbeschreibung für alle fünf Marken durch:
Prof. Dr. Johannes Feitzinger, Direktor der Sternwarte Bochum
und Dozent an der
Ruhr-Universität Bochum.
1) Sternbild Schwan (100+50 Pfennig Briefmarke)
Die auf der Briefmarke dargestellte Karte zeigt einen Ausschnitt aus der
Durchmusterung der Milchstraße
bei 11 cm Wellenlänge, die mit dem 100-m-Radioteleskop des
Max-Planck-Instituts für Radioastronomie in Effelsberg (Eifel)
durchgeführt wurde.
Die 11-cm-Durchmusterung umfaßt wiederum einen Teilbereich der
Radiostrahlung des gesamten Himmels. Der Ausschnitt zeigt
das Gebiet um das Sternbild Schwan als Falschfarbenbild.
Die Radiostrahlung ist intensitätskodiert: je heller, desto
mehr Strahlung kommt aus der entsprechenden Himmelsgegend.
Der Beobachter schaut hier in Richtung eines Spiralarms unserer
Milchstraße. In diesem Gebiet ionisieren viele junge Sterne das
umgebende Gas. Die Untersuchung dieses Bereiches mit Mitteln der
Radioastronomie gestattet einen tiefen Blick in die Wechselwirkungen
zwischen Sternentstehung und dem Gas zwischen den Sternen.
Die Sternkarte mit dem Sternbild Schwan ist dem Sternbildatlas von
J. E. Bode aus dem Jahre 1782 entnommen. Die Verknüpfung von moderner
Astronomie und historischen Darstellungen von Sternbildern vermittelt
eine Ahnung von der kulturhistorischen Bedeutung dieser Wissenschaft.
Beobachter: Ernst Fürst,
Patricia und Wolfgang Reich,
MPI für Radioastronomie, Bonn, und Klaus Reif, Radioastronomisches
Institut der Universität Bonn
2) Andromeda-Galaxie (100+50 Pfennig Briefmarke)
In 25 Stunden Beobachtungszeit am 100-m-Radioteleskop in Effelsberg
entstand diese
Radiokarte der Andromeda-Galaxie, die sich, ähnlich
wie unsere Milchstraße aufgebaut, jedoch in mehr als 2 Millionen
Lichtjahren Entfernung befindet. Ein Gebiet von 2,5 x 1,5 Winkelgrad
am Himmel wurde bei einer Radiowellenlänge von 6 cm abgetastet und
im Computer zu einem Falschfarbenbild zusammengesetzt. Die schwächste
noch nachgewiesene Strahlung entspricht einer Leistung von nur einem
Millionstel Nanowatt!
Die Radiostrahlung der Andromeda-Galaxie stammt aus einem Ring von
rund 60,000 Lichtjahren Durchmesser, wo die Überreste zahlreicher
Supernova-Explosionen das Gas aufgeheizt und schnelle geladene
Teilchen erzeugt haben. Entlang des Rings wurde ein gewaltiges
Magnetfeld entdeckt, das hier durch schwarze Striche dargestellt ist.
Neben dem Radiobild ist auf der Briefmarke außerdem das optische
Bild unserer Nachbargalaxie zu sehen. In verschiedenen Wellenlängen
aufgenommen, zeigen kosmische Objekte unterschiedliche
Erscheinungsformen. Die jeweilige Erscheinungsform ist abhängig
von den physikalischen Prozessen, die die unterschiedlichen Strahlungen
erzeugen.
Das optische Licht wird erzeugt durch die Strahlung von insgesamt über
100 Milliarden einzelnen Sternen. Auf der photographischen Aufnahme
im sichtbaren Licht erkennt man die Spiralstruktur und zwei weitere
Begleitgalaxien.
Beobachter: Rainer Beck, Elly M. Berkhuijsen und Philipp Hoernes,
MPI für Radioastronomie Bonn
http://www.mpifr-bonn.mpg.de/public/stamps/stamps.html
Last modified on Wednesday, August 9th, 2006.
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