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MPIfR 06/04 (1) Information 4. Juni 2004


Astrophysikalische Instrumente für das 21. Jahrhundert

Astronomische Fachtagung im Harnack-Haus der Max-Planck-Gesellschaft. Berlin, 18. bis 21. Mai 2004.



Mit "Exploring the Cosmic Frontier - Astrophysical Instruments for the 21st Century", fand in Berlin eine internationale Konferenz statt, in deren Mittelpunkt die wissenschaftlichen Perspektiven für neue Großteleskope der astronomischen und astrophysikalischen Forschung stand. Rund 160 Forscher aus 15 Nationen nahmen teil.

Zur Erforschung der Geheimnisse unseres Universums wird derzeit weltweit eine Vielzahl von herausragenden großen Teleskopen geplant. Die Realisierung dieser ambitionierten Projekte in den nächsten 20-30 Jahren erfordert koordinierte technische und finanzielle Anstrengungen in globalem Rahmen. Auf der Konferenz kamen deshalb Wissenschaftler aus einem breiten Spektrum astronomischer Forschung zusammen, um Forschungsziele und Perspektiven zu diskutieren, aber auch Potential für gemeinsame Arbeit auszuloten. "Neue Instrumente wie ALMA und SKA für den Radiowellenbereich, die Weltraumteleskope Herschel, Planck und JWST und die erdgebundenen Großteleskope ELT und OWL im optischen Bereich werden die Meilensteine der astrophysikalischen Forschung im 21. Jahrhundert sein", so Anton Zensus, Direktor am Max-Planck-Institut für Radioastronomie und Initiator der Konferenz.


Abbildung 1:  OWL (Overwhelmingly Large Telescope), eine Konzeptstudie der ESO für ein optisches Teleskop der 100-m-Klasse. (Bild: Europäische Südsternwarte ESO)

Die durch die wissenschaftlichen Vorträge angestoßenen Diskussionen wurden anschließend in vier Workshops wesentlich vertieft. Hierbei wurden die wichtigen Bereiche der zukünftigen Forschungen in der Astrophysik verdeutlicht und die Gewinne an Synergien und die möglichen Kooperationen der astrophysikalischen Einrichtungen der Zukunft hervorgehoben. Als gemeinsames Ziel wurde die Lösung bislang unbeantworteter Fragen zu Ursprung und Entwicklung des Universums angegeben.

Zu den wichtigen neuen Teleskopen zählen u.a. bodengebundene optische 30-, 50- oder gar 100-meter große Teleskope, das ALMA Projekt, ein Array von 64 je 12 m großen Radioteleskopen für Millimeter-Wellenlängen in der chilenischen Atacama Wüste, das gigantische SKA Netzwerk im Radiobereich, der Herschel-Planck Satellit für den infraroten Spektralbereich, das neue JWST (James Webb Space Telescope, Nachfolger des Hubble Weltraumteleskops) und weitere Röntgen- und Gamma- sowie Gravitationswellenteleskope.

Ein Beispiel für eine koordinierte multi-nationale Zusammenarbeit ist das Square-Kilometer Array (SKA), das ab 2015/2020 im Radiowellenbereich eingesetzt werden wird. Das SKA ist von Anfang an global organisiert mit Partnern aus Europa, den USA und anderen Nationen in enger Kooperation, um ein gemeinsames Projekt an einem nach wissenschaftlichen Kriterien gewählten Standort zu realisieren, z.B. in Australien oder Südafrika.


Abbildung 2:  SKA (Square Kilometer Array). Konzeptstudie des europäischen SKA-Konsortiums für eine Anlage mit flachen Einzelkomponenten. Das Bild zeigt eine von mehreren hundert Empfangsstationen, die an verschiedenen Standorten über Hunderte von Kilometern verteilt aufgebaut werden. (Bild: ATNF/CSIRO).

Im Rahmen der Konferenz zeichnete sich die Notwendigkeit ab, eine internationale und fachübergreifende Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern weiter zu intensivieren. Universitäten und Forschungseinrichtungen sind gefordert, jetzt die nächste Generation von Forschern auszubilden, die die neuen Forschungsmöglichkeiten in Zukunft optimal und erfolgreich betreiben und anwenden sollen.

Die Resonanz auf die außerordentlich hochkarätig besetzte Konferenz war beeindruckend. Die Veranstalter, die als Ko-Sponsoren die Max-Planck-Gesellschaft, ESO, ESA und die EU-Netzwerke OPTICON und RADIONET gewinnen konnten, sind zufrieden und werden den im traditionsreichen Harnack-Haus in Berlin-Dahlem begonnenen Dialog fortsetzen.

Hintergrund:




Weiterführende Informationen:

RADIONET (Advanced Radio Astronomy in Europe) und OPTICON (Optical Infrared Coordination Network). Initiativen im Rahmen des FP6-Programms der EU zur astronomischen Forschung in Europa.

Denkschrift Astronomie. Zusammenfassung wichtiger Aspekte der Denkschrift "Status und Perspektiven der Astronomie in Deutschland 2003-2016" von Prof. Peter Schneider, Univ. Bonn.

Global Science Forum zur "International Scientific Co-operation" innerhalb der OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development).

Und schließlich Links zu einigen der Teleskop-Projekte, die auf der Tagung in Berlin diskutiert wurden:




Zusätzliche Informationen erhalten Sie von:

Dr. Anton Zensus (Geschäftsführender Direktor),
Max-Planck-Institut für Radioastronomie
Telefon: +49 228 525 378
Fax: +49 228 525 439
e-mail: azensus@mpifr-bonn.mpg.de

Dr. Rolf Schwartz (Forschungskoordination),
Max-Planck-Institut für Radioastronomie
Telefon: +49 228 525 303
Fax: +49 228 525 438
e-mail: rschwartz@mpifr-bonn.mpg.de

Dr. Norbert Junkes (Öffentlichkeitsarbeit),
Max-Planck-Institut für Radioastronomie
Telefon: +49 228 525 399
Fax: +49 228 525 438
e-mail: njunkes@mpifr-bonn.mpg.de