Der komplette Himmel in zwei Teilbereichen oder
Kalotten (Nordhälfte links und Südhälfte rechts). Die
Farben
zeigen die Intensität der Radiostrahlung bei 73 cm
Wellenlänge, und darüber gelegt die Konturen der 88
Sternbilder am Himmel.
Bild: Peter Müller, Copyright: MPI
für Radioastronomie (für nicht kommerzielle Zwecke
verfügbar).
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Diese Darstellung des kompletten Radiohimmels in Bezug
zur Lage der einzelnen Sternbilder erfolgt auf der Basis der
Kartierung der
Radiostrahlung
des gesamten Himmels bei 73 cm
Wellenlänge. Abgebildet sind der nördliche (links) und
südliche (rechts) Himmel in polarer Projektion und
Falschfarben-Darstellung. Die Radiointensität läuft von blau
(niedrig) über grün, gelb, rot bis weiß (hoch).
Die Konturen der wichtigsten Sternbilder sind bereits in
der kleineren Abbildung oben sehr schön zu erkennen, z.B. der
Große Wagen und der Kleine Wagen mit dem Polarstern auf der
linken Teilkarte, oder das Kreuz des Südens und
der Zentaur (mit Alpha Centauri, dem mit 4,3 Lichtjahren Distanz
nächsten Nachbarn unserer Sonne) auf der rechten Teilkarte.
Der Radiohimmel unterscheidet sich grundsätzlich
vom optischen Sternhimmel. Auffallend ist das breite Band der
Milchstraße, das sich quer über den
Radiohimmel zieht. Sterne sieht man in der Radiokarte nicht, da deren
Radiostrahlung viel zu schwach ist. Umgekehrt ist die optische
Hintergrundstrahlung zu schwach, um mit bloßem Auge sichtbar zu
sein.
Darüber hinaus ist auf der Karte des Nordhimmels noch der so
genannte nordpolare Sporn ("north polar spur") zu sehen, der sich vom
Band der Milchstraße ausgehend Richtung Sternbild Bootes (mit dem
hellen Stern Arkturus) zieht, und einen alten recht nahe gelegenen
Supernova-Überrest darstellen dürfte.
Bei der Frequenz von 408 MHz (=73 cm Wellenlänge)
sieht man
im wesentlichen die Radiostrahlung von fast lichtschnellen Elektronen,
die sich durch das Magnetfeld unsere Galaxis bewegen (
Synchrotron-Strahlung).
Aber auch
thermische Strahlung ist zum Beispiel im
Sternbild Orion zu
erkennen (großer Orionnebel und Pferdekopfnebel im Übergang
zwischen Nord- und Südkarte). Diese Strahlung entsteht
in Sternentstehungsgebieten, wenn sehr heiße Sterne das Gas in
der Nachbarschaft ionisieren.
Und schließlich können in beiden Karten auch
die hellsten Radioquellen am Himmel identifiziert werden. Die beiden
hellsten Einzelquellen sind
Cassiopeia A, ein Supernova-Überrest im
Sternbild Cassiopeia, und
Cygnus A, eine Galaxie im Sternbild Schwan,
die über eine halbe Milliarde Lichtjahre entfernt ist. Die auf der
Erde empfangene Radiostrahlung aus dem Weltall ist extrem schwach.
Zum Vergleich: Das Signal eines gewöhnlichen Mobiltelefons (Handy)
mit 2 Watt Sendeleistung aus der Entfernung des Mondes (knapp 400000
km!) würde der drittstärksten kosmischen Radioquelle
entsprechen.
Zur
Geschichte der Radioastronomie, zu den
historischen Bezeichnungen der zuerst entdeckten Radioquellen, und zur
Beobachtung der optischen Gegenstücke sogar mit Amateurmitteln,
sei auf den Artikel
Die kosmische A-Klasse
(Wolfgang Steinicke) verwiesen.
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