Ein Pulsar entsteht während einer Supernova-Explosion, dem
dramatischen Gravitationskollaps eines massereichen Sterns,
nachdem er seinen gesamten nuklearen Brennstoff verbraucht hat.
Ein Stern, der als Supernova explodiert, kann dabei kurzzeitig
heller werden als die ganze Galaxie, in der er beobachtet wird.
Den Überrest einer solchen gewaltigen Sternexplosion, die bereits
im Jahr 1054 von chinesischen Astronomen beobachtet wurde, sehen
wir heute als filigranes Nebelgebilde (Crab-Nebel, Abb. 8).
Während die äußere Hülle bei der Supernova-Explosion abgestoßen
wird, fällt der Kern des Sterns zu einem nur noch 20 bis 30 km
großen Objekt zusammen, einem sogenannten Neutronenstern.
Neutronensterne sind extreme Objekte: sie sind bei gleicher Größe
ungefähr eine halbe Million mal so schwer wie die Erde und drehen
sich bis zu 40.000 mal pro Minute um ihre eigene Achse. Sie werden
durch ein starkes Magnetfeld abgebremst, wobei ihre
Rotationsenergie in elektromagnetische Strahlung umgewandelt wird.
Der Energieverlust entspricht der Leuchtkraft der Sonne. Der
schmale, kegelförmige Radiostrahl eines Neutronensterns erscheint
wie das Signal eines kosmischen Leuchtturms, das immer dann zu
beobachten ist, wenn die Erde von dem Strahl gestreift wird. Ein
solches pulsierendes Radiosignal ist in Abb. 8 zu sehen. Die
ersten pulsierenden Radioquellen oder Pulsare wurden 1967
entdeckt; bis heute sind über 1000 davon bekannt. Der Pulsar im
Innern des Crab-Nebels dreht sich ca. 30mal pro Sekunde um seine
eigene Achse.