Die Abstände der Radioteleskope (Basislängen) bei VLBI sind zu groß, um die Radioteleskope wie bei der Lokal-Interferometrie durch Kabel oder über Funk miteinander zu verbinden.
Statt dessen werden die Beobachtungsdaten von jedem
beteiligten Teleskop auf ein Magnetband geschrieben. Um die verschiedenen
Daten auswerten und in Zusammenhang miteinander bringen zu können,
wird die Aufzeichnung zusätzlich mit Hilfe von Präzisionsuhren,
sogenannten "Masern" (vergleichbar mit den besten Atomuhren) mit einem
Zeitsignal versehen. Die Magnetbänder werden
zu sogenannte Korrelatoren (speziellen Auswertrechnern) transportiert, wo sie miteinander
kombiniert und analysiert werden.
Der Transport der Bänder ist recht aufwendig. Der
Wunsch der Wissenschaftler ist es, die Daten übers Netz zu übertragen,
doch dies ist (noch) nicht möglich, da die Datenmengen zu gewaltig
sind.
Der Korrelator und sein Magnetbandlaufwerk in Bonn:
|
![]() |
Um möglichst genaue Beobachtungen
machen zu können, würde man im Idealfall alle nutzbaren Radioteleskope
gleichzeitig verwenden. Doch die verfügbare Beobachtungszeit an den einzelnen Teleskopen
ist durch die zahlreichen Projekte der einzelnen Wissenschaftler
sehr knapp. Beobachtungsprojekt müssen deshalb
begründet beantragt werden; die Zuteilung von Messzeit geschieht an den einzelnen Teleskopen
durch ein unabhängiges Gremium von Wissenschaftlern.
Somit entstehen
durch immer neue Kombinationen der einzelnen Radioteleskope
viele verschiedene Interferometer.
(Bilder: MPIfR)