Galaktische und extragalaktische Radiokontinuumsstrahlung




Was ist überhaupt Radiokontinuumsstrahlung?


Von anderen Galaxien oder Galaxienhaufen empfangen wir Strahlung mit Teleskopen, wie dem 100m-Radioteleskop in Effelsberg in der Eifel, das vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn (MPIfR) betrieben wird.


Das 100-m Radioteleskop des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie Bonn


Verschiedene "Strahlungsarten" werden unter anderem durch ihre Wellenlänge unterschieden. Das elektromagnetische Spektrum zeigt, welche Wellenlängen es gibt. Das Teleskop spezialisiert sich auf elektromagnetische Strahlung mit großer Wellenlänge im Bereich von 3mm bis 21cm (- früher wurden auch Empfänger für noch größere Wellenlängen eingebaut; zum Beispiel wurde bei 73cm Wellenlänge der gesamte Himmel kartiert -).
Der Survey-Sampler ermöglicht es, sich Bilder von bestimmten Ausschnitten am Himmel aus verschiedenen Radiokarten selbst zusammenzustellen.

Den langwelligen Bereich des Spektrums nennt man Radiowellen (-oder strahlung). Bei den Radiowellen, aber auch bei anderen Wellen, unterscheidet man wiederum zwischen verschiedenen Quellen der Strahlungserzeugung:


Thermische Radiostrahlung im Plasma

Galaxien werden von einem sogenannten Plasma umgeben. Das ist eine Art vierter Aggregatzustand, der bei den extrem geringen Dichten im Kosmos bei Temperaturen von 5000 bis 20000 Kelvin auftritt. In ihm schwirren Elektronen und Ionen frei umher.

Thermische Radiostrahlung im Plasma

Synchrotronstrahlung

Die andere mögliche Strahlungsquelle wird in Magnetfeldern erzeugt. Auch hier werden Elektronen von ihrer Kreisbahn abgelenkt. Diese Art der Radiostrahlung nennt man Synchrotronstrahlung.

Synchrotronstrahlung



Wie unterscheiden Wissenschaftler diese verschiedenen Strahlungsarten?


Ein Radioteleskop kann zwischen polarisierten (Synchrotronstrahlung) und nicht polarisierten Wellen (thermische Radiostrahlung im Plasma) unterscheiden (Polarisation von Radiowellen). Aufgrund von Forschungsergebnissen hat man eine Abhängigkeit von Strahlungsintensität und Wellenlänge gefunden.




Abhängigkeit der Strahlungsintensität bei Synchrotron (nichtthermischer)-und thermischer Plasmastrahlung (frei-frei) (Abb. nach Die phantastische Welt der Radioastronomie S.26 von Gerrit L. Verschuur, Birkhäuser Verlag)

Eine Synchrotronquelle wird bei längeren Wellenlängen heller, während die Helligkeit einer thermischen Quelle zu längeren Wellenlängen hin abnimmt. In aller Regel genügt es, die Helligkeit einer Quelle bei einigen wenigen Wellenlängen zu ermitteln, um sie in die eine oder die andere Gruppe einordnen zu können. Wenn man die Art der Strahlungserzeugung kennt, dann lassen sich auch weitere physikalische Bedingungen wie Temperatur, Dichte und Magnetfeldstärke aus den Beobachtungen ableiten.