Was ist Rotverschiebung?


Rotverschiebung - Ein Thema das die Astronomen voran gebracht hat in der Erforschung des Universums


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Der Doppler-Effekt

    2.1) Doppelsterne

    2.2) Planeten um andere Sonnen

3) Rotverschiebung

    3.1) Bedeutung der Rotverschiebung in der Kosmologie: Expansion des Universums

    3.2) Hubble-Konstante

          3.2.1) Cepheiden

          3.2.2) Supernovae Typ Ia

    3.3) Rotverschiebung von Quasaren

4) Wichtige Persönlichkeiten

    4.1) Edwin P. Hubble

    4.2) Christian Doppler

5) Aktuelle Beispiele

6) Quellen


1) Einleitung

Der Begriff "Rotverschiebung" führt gleich hin zu großen
Entfernungen in der Astronomie, die nach Millionen oder sogar Milliarden von Lichtjahren zählen. Man spricht von der "Rotverschiebung von Galaxien" in Zusammenhang mit der Ausdehnung des Universums und mit den entferntesten bekannten Objekten im Kosmos.
Im vorliegenden Projekt sollen erst die Grundlagen beschrieben werden (der Doppler-Effekt und seine Anwendung in der Astronomie, z.B. bei Doppelsternen und bei extrasolaren Planeten), dann die Rotverschiebung von Galaxien und ihre Umrechnung auf Entfernungen, wobei der Umrechnungsfaktor (Hubble-Konstante) eine wichtige Rolle spielt. Kurze biographische Angaben zweier wichtiger Persönlichkeiten in diesem Forschungsbereich (Edwin Hubble, Christian Doppler) und der Hinweis auf zwei am Max-Planck-Institut für Radioastronomie untersuchte Objekte mit hoher Rotverschiebung runden das Projekt ab.

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2) Der Doppler-Effekt

Der Doppler-Effekt, ist etwas, das uns tagtäglich begegnet und für die Wissenschaft in der Vergangenheit und heute eine große Rolle spielt. Was verbirgt sich nun hinter diesem Effekt?
Den Doppler-Effekt hat jeder von uns schon einmal auf die eine oder andere Weise erlebt. Ein beliebtes Beispiel zur Erklärung ist das Heulen der Sirene eines Krankenwagens, der an einer Person (nennen wir diese Person Hans) vorbeifährt.
Nun, unser Hans geht an der Straße entlang und bleibt vor einer Ampel stehen. In diesem Moment rast mit hoher Geschwindigkeit ein Krankenwagen auf die Ampel zu und fährt an Hans vorbei. Hans hat sich, während der Krankenwagen vorbeigefahren ist, nicht weiterbewegt, aber ihm ist etwas besonderes aufgefallen.
Wenn der Krankenwagen auf Hans zufährt, erhöht sich der Ton der Sirene, und nachdem der Wagen an Hans vorbei ist, wird der Ton tiefer. Unser Hans fragt sich darauf, warum ändert sich der Ton der Sirene?
Christian Doppler hat eine Antwort auf die Frage von Hans gefunden, auch wenn das nicht Doppler’s Hauptanliegen war.
Zuerst werde ich kurz etwas zu der Entdeckung des Effektes durch
Christian Doppler erklären und danach die Grundzüge erklären.
1842 sagte Doppler diesen Effekt voraus. Er hatte ihn nicht bewiesen, sondern zunächst eine Theorie aufgestellt, die 1845 von Christoph Buys-Ballot experimentell bewiesen wurde.
Doppler hat mit seiner Theorie einen grundlegenden Effekt theoretisch beschrieben und erklärt. Eigentlich hatte er nicht vor, zu erklären, weshalb sich ein Ton mal tiefer und mal höher anhört, sondern wie die unterschiedlichen Farben der Sterne zu Stande kommen.
Heute ist klar, dass er dabei mit seiner Theorie, die Farbe der Sterne durch ihre Eigenbewegung zu erklären, falsch lag, da die Oberflächentemperatur und die Oberfläche des Sterns die Farbe und die Helligkeit am Himmel bestimmen.
Aber nun zurück zu Hans’ Beobachtung, die man durch den Doppler-Effekt genau erklären kann.
Dopplerfrequenz

Abb.1: Doppler-Effekt (Grafik aus wikipedia, erstellt von Charley Whisky mit Gnuplot)


Die Grafik zeigt, wie sich die Schallwellen von dem Wagen ausbreiten. Wenn der Wagen sich nicht vorwärts bewegt, breiten sich die Wellen gleichmäßig in alle Richtungen aus. Wie deutlich zu erkennen ist, verändern sich die Abstände der Wellen, wenn sich der Wagen in Bewegung setzt. Die Wellen vor dem Wagen liegen dichter zusammen, das heißt, die Wellenlänge wird kürzer. Hinter dem Wagen liegen sie dagegen weiter auseinander als bei dem stehenden Fahrzeug am Anfang.
Um zu erklären, weshalb sich die Tonhöhe der Sirene ändert, muss man wissen, wie die Tonhöhe zustande kommt und welche Faktoren den Ton verändern. Dazu nun eine Formel, die den Zusammenhang zwischen Wellenlänge und Frequenz berechnet. Bei Schallwellen entspricht die Frequenz der Tonhöhe.

(1) c = λ ⋅ ƒ bzw. ƒ = c ⁄ λ

λ ist hier die Wellenlänge
c ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit (hier die Schallgeschwindigkeit)
ƒ ist die Frequenz
Da sich die Ausbreitungsgeschwindigkeit c nicht ändert (die Schallgeschwindigkeit (c) ist eine feste Ausbreitungsgeschwindigkeit bei Schallwellen), wird mit größerer Wellenlänge λ die Frequenz verringert und umgekehrt.
Um die Änderung in der Wellenlänge zu berechnen, gibt es eine weitere Formel:
(2) Δλ = λ − v ⁄ ƒ

v ist hierbei die Geschwindigkeit des Krankenwagens
Δλ ist die Änderung der Wellenlänge
Wenn der Krankenwagen sich also auf Hans zubewegt, dann verkürzt sich die Wellenlänge und die Frequenz steigt entsprechend; dadurch ist der Ton erhöht. Ist der Wagen vorbei, vergrößert sich die Wellenlänge und die Frequenz wird niedriger, der Ton erscheint uns tiefer.
Bei einer elektromagnetischen Welle, funktioniert es genauso wie bei Schallwellen. Die Veränderung der Wellenlänge oder der Frequenz wird bei elektromagnetischen Wellen meist im Spektrum des aussendenden Objekts gemessen. Anhand dieser Verschiebung kann man berechnen, mit welcher Geschwindigkeit sich das Objekt von uns entfernt oder auf uns zu bewegt. Diese Verschiebung kann sowohl in den roten als auch in den blauen Bereich des Spektrums erfolgen und zeigt, ob sich das Objekt von uns entfernt (Rotverschiebung) oder sich auf uns zu bewegt (Blauverschiebung).
Dazu benutzt man die Doppler-Formel:

(3) Δλ⁄λ = v⁄c

Δλ ist die Wellenlängenänderung (Δλ = λ − λ0)
λ0 ist die ursprünglich ausgesandte Wellenlänge
λ ist die Wellenlänge
v ist die Geschwindigkeit des Objekts
c ist bei elektromagnetischen Wellen die Lichtgeschwindigkeit, bei Schallwellen dementsprechend die Schallgeschwindigkeit
Die Unbekannte ist die Geschwindigkeit v, denn c (ist eine bekannte Größe), Δλ und λ sind auf jeden Fall gegeben, da es die Komponenten sind die gemessen werden bwz. bekannt sind. Δλ ist die Änderung der Wellenlänge, die gemessen werden muss, beispielsweise mit einem Teleskop, wenn man anhand von Spektrallinien die Radialgeschwindigkeit eines Sterns ermitteln möchte.
Mit Hilfe des Doppler-Effektes werden mittlerweile auch Planeten außerhalb unseres Sonnensystems aufgespürt, da man anhand der spektralen Verschiebung Informationen ableiten kann, die Aufschluss geben können über bestimmte Radialbewegungen, die der Stern aufgrund von gravitativen Einflüssen macht. Die gleiche Methode wird auch bei der Suche nach spektroskopischen Doppelsternen angewandt.
Der Doppler-Effekt wird übrigens auch genutzt, um bei Radarfallen (Dopplerradar) die genaue Geschwindigkeit zu ermitteln.

weitere Informationen:
auf wikipedia
bei René Kubach
bei Jürgen Giesen

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2.1) Doppelsterne

Albireo

Abb.2: Doppelstern Albireo im Sternbild Schwan ( Astronomy Picture of the Day, aufgenommen von Richard Yandrick)

Doppelsterne sind wie man am Namen schon erkennen kann, Sternsysteme, die sich aus zwei Sternen zusammensetzen. Schaut man sich nachts den Sternenhimmel an, so sieht man bei klarer Nacht Sterne, die sehr dicht beieinanderliegen. Ein Beispiel findet man im Sternbild Kleiner Wagen (lat.Ursa Minor). Der mittlere Stern der Deichsel hat scheinbar einen Begleiter. Diese beiden Sterne bilden jedoch nur ein "optisches" Doppelsternsystem, in Wirklichkeit stehen sie in ganz unterschiedlicher Entfernung und gehören physikalisch nicht zusammen.Im folgenden geht es allerdings nicht um solche Sternenpaare, sondern vielmehr um "richtige", oder physische Doppelsterne.
Diese physischen Doppelsterne, bestehen aus zwei Sternen, die sich um einen gemeinsamen Schwerpunkt bewegen, die also sozusagen "umeinander tanzen". Den massereicheren bwz. helleren Stern bezeichnet man als den Hauptstern, den masseärmeren bwz. lichtschwächeren als Begleiter. Dabei wird der Hauptstern mit dem Buchstaben A gekennzeichnet und der Begleiter mit dem Buchstaben B. Je nach Verteilung der beiden Sternmassen, kann sich der Schwerpunkt, um den die beiden Sterne "tanzen" auch innerhalb des Hauptsterns liegen.
In unserer Milchstraße befindet sich jeder zweiter Stern in einem Doppel- oder Mehrfachsternsystem; das sind ungefähr 50% aller mit dem Auge sichtbaren Sterne am Firmament. Bei sehr dicht zusammenstehenden Doppelsternen bedarf es besonderer Methoden zum Nachweis.
Es sind indirekten Methoden, mit denen sowohl Mehrfachsysteme als auch Exoplaneten nachgewiesen werden können.
Zur genaueren Unterscheidung kann man Doppelsternsysteme in Untergruppen unterteilen, die angeben, mit welcher Methode man sie entdeckt hat. Hierbei gibt es dann vier Untergruppen:
• Visuelle (mit optischen Teleskopen, erkannte) Doppelsterne
• Spektroskopische Doppelsterne
• Photometrische Doppelsterne (eher eine Untergruppe der spektroskopischen Doppelsterne)
• Astrometrische Doppelsterne (diese sind Sterne, mit unsichtbaren Begleitern)
Die Methode, Doppelsterne über das Spektrum nachzuweisen wird am häufigsten verwendet, da sie am eindeutigsten von allen "vier" Methoden ist.
Die spektroskopische Methode wird genutzt, um Doppelsterne zu finden, die man durch Teleskope als solche nicht erkennen kann. Diese Methode leitet sich vom Doppler-Effekt ab, denn die Linien im Spektrum sind bei manchen Sternen abwechselnd ins blaue und ins rote verschoben.
Anhand dieser Verschiebung, kann man berechnen, wie die ungefähre Umlaufbahngeschwindigkeit und die Periode sein müssen, mit der sich die Sterne umeinander bewegen. Bei manchen Spektren gibt es auch Linien, die doppelt erscheinen. Auch diese Linien nutzt man, um Informationen zu gewinnen.

weitere Informationen:
Was sind Doppelsterne? (ein Video aus Alpha Centauri)

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2.2) Planeten um andere Sonnen


Abb.3: Simulation eines Sterns, der von einem Trabanten umkreist wird (aus wikipedia, Grafik erstellt von Zhatt)

Auch bei der Suche nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems werden indirekte Methoden zum Nachweis benötigt. Hier vertraut man vor allem auf die spektroskopische Methode, die über die Radialgeschwindigkeit funktioniert. Damit wurden bisher die meisten Planeten um andere Sonnen gefunden.
Aus der Analyse eines Spektrums kann man viele Informationen gewinnen, nicht nur über das Zentralgestirn, um das sich der Planet bewegt. Auch die Umlaufgeschwindigkeit, die Umlaufperiode und die Größe des Planeten kann man anhand der Verschiebung innerhalb eines Spektrums berechnen.
Hier ergibt sich aber auch ein Problem. Die Planeten müssen nämlich eine bestimmte Größe bzw. Masse haben, um in der Bewegung des Sterns nachgewiesen zu werden. Es ist ähnlich wie bei den Doppelsternen, durch den Einfluss der Schwerkraft "tanzen sie umeinander". Bei Planeten ist diese Wirkung aufgrund ihrer geringeren Masse natürlich wesentlich schwächer. Das erschwert das Auffinden von extrasolaren Planeten oder Exoplaneten.
Nach Stand vom 9. April 2008 waren 287 Exoplaneten bekannt. Alleine 271 Planeten wurden über die Radialgeschwindigkeitsmethode nachgewiesen. Es gibt noch weitere Methoden, mit denen nach Exoplaneten gesucht wird. Allerdings ist die Trefferquote bei diesen Methoden erheblich niedriger, als beim Nachweis über das Spektrum.
6 Planeten wurden durch Microlensing entdeckt, weitere 11 durch andere Methoden.
Die meisten Exoplaneten, die bisher gefunden wurden, ähneln unserem größten Planeten im Sonnensystem, Jupiter. Fast ausschließlich Gasriesen von mehreren Jupitermassen wurden bisher gefunden, die ihre Zentralgestirne in sehr kurzem Abstand umkreisen. Bei geringerer Masse oder größerem Abstand ist die Kraft des Planeten auf den Stern zu gering, um nachgewiesen werden zu können.
Erst kürzlich hat man jedoch einen Planeten entdeckt, der nur 5,5 mal massereicher ist als die Erde. Der Planet befindet sich allerdings in sehr geringem Abstand von seinem Stern.

weitere Informationen:
(Mit der Frage nach extrasolaren Planeten hat sich auch Harald Lesch in der Sendung Alpha Centauri beschäftigt, hier ein Link zu dem Video Gibt es extrasolare Planeten?)
Unter dieser Adresse finden Sie eine aktuelle Liste der extrasolaren Planeten: exoplanet.eu

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3) Rotverschiebung

Redshift_blueshift

Abb.4: Darstellung einer Rotverschiebung eines Emissionsspektrums (aus wikipedia, Grafik erstellt von Georg Wiora (Dr. Schorsch) mit Gnuplot)

Rotverschiebung bedeutet, das die Wellenlänge gegenüber der ursprünglich ausgesandten Welle verlängert ist. Durch die Verlängerung der Wellenlänge, werden die Spektrallinien innerhalb des Spektrums zum roten Bereich verschoben, bei einer Verkürzung werden die Spektrallinien zum blauen Bereich des Spektrums verschoben (Blauverschiebung).
Die Verschiebung hin zum roten Bereich des Spektrums, kann unterschiedliche Ursachen haben. Eine Art von Rotverschiebung basiert auf dem Doppler-Effekt, bei dem die Strahlungsquelle und der Beobachter sich voneinander weg bewegen. Diese Rotverschiebung sollte nicht mit der gravitativen oder mit der kosmologischen Rotverschiebung verwechselt werden.
Die gravitative Rotverschiebung, ist eine relativistische Rotverschiebung, sie hängt von der gravitativen Zeitdilatation ab.
Bei dieser Rotverschiebung, kommt es auch zu einer Wellenlängenvergößerung bzw. Frequenzerniedrigung, diesmal jedoch aufgrund von Gravitationsfeldern und deren relativistischen Auswirkungen. In Albert Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie, wird diese Art der Rotverschiebung vorausgesagt, der Effekt konnte bei dem Begleiter des Sirius (im Sternbild großer Hund), einem Weißen Zwergstern, nachgewiesen werden.
Die kosmologische Rotverschiebung kommt aufgrund der Expansion des Universums zustande.

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3.1) Bedeutung der Rotverschiebung in der Kosmologie: Expansion des Universums

In diesem Kapitel geht es um die kosmologische Rotverschiebung, deren Ursache die Expansion des Universums ist. Die Welle, die von einem Objekt ausgesandt wird, muss quer durch das aich ausdehnende Universum, um zu uns zu gelangen.
Um sich die Expansion des Universums zu veranschaulichen, kann man einen kleinen (Denk)Versuch machen.
Man stelle sich einen Luftballon, der nur zu Hälfte mit Luft gefüllt ist und auf dessen Oberfläche Münzen aufgeklebt sind, vor. Um zu zeigen, was passiert wenn das Universum expandiert, bläst man den Ballon auf, bis er voll ist.
Die Abstände zwischen den Münzen haben sich vergrößert, da sich die Oberfläche des Ballons ausgedehnt hat.
Entsprechendes passiert auch im Universum, nur, das es da nicht die Oberfläche des Ballons ist, die expandiert, sondern die Raumzeit. Sie ist das Medium, das die Galaxien und Sterne auseinandertreibt.
Zu Zeiten Einsteins war die Theorie eines expandierenden Universums verpönt, denn es liess sich mit dem Weltbild der meisten Wissenschaftler nicht vereinbaren. Als George Lemaître, anhand von Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie und den Friedmann- Gleichungen, den Urknall (Big Bang) und das nicht-statische Universum theoretisch belegen konnte, geriet Einstein in den Konflikt mit seinem Weltbild von einem statischen Universum. Dieses stellte er, mit einem Zusatzterm in der allgemeinen Relativitätstheorie, wieder her.
In späteren Jahren bezeichnete er diesen Zusatzterm, "als seinen größten Fehler".
Lemaître veröffentlichte seine Theorien 1929, also in dem gleichen Jahr wie Edwin Hubble. Einige Quellen behaupten, Hubble hätte vor Lemaître die Expansion beschrieben, andere wiederum behaupten das Gegenteil. Es ist schwierig, einen "eindeutigen" Entdecker der Expansion des Universums fest zu machen.
Hubble hatte, mit Hilfe seines Kollegen Milton Humason, am Mount Wilson-Observatorium so genannte Cepheiden in Spiralnebeln untersucht.
Vesto Slipher, der um 1915 die "spektrale Rotverschiebung" bei Spiralnebeln, einem bestimmten Typ von Galaxien, entdeckt hatte, lieferte den Grundstock für die spätere Arbeit von Hubble und Humason.
Slipher fand bei 11 von 15 Galaxien Spektrallinien, die zum roten Bereich des Spektrums hin verschoben waren. Diese Rotveschiebung deutete auf eine Fluchtbewegung hin, also auf eine Expansion.
Ungefähr 10 Jahre nach Sliphers Entdeckung stellte Hubble fest, dass diese Spiralnebel Galaxien waren, die außerhalb der Milchstraße liegen. Nachdem Hubble diese Entdeckung gemacht hatte, begann er mit der systematischen Klassifizierung der Galaxien.
Diese Klassifizierung machte er 1926 publik, unter dem Titel "Extra-Galactic Nebulae".
Dabei untersuchte er, wieder mit Unterstützung seines Kollegen Milton Humason, die Spektren der Galaxien und entdeckte dabei, dass die Rotverschiebung proportional zu der Entfernung ist (Hubble-Gesetz). Um die Entfernungen der Galaxien zu bestimmen, nutzte Hubble Cepheiden als Standardkerzen.
1929 veröffentlichte er eine Arbeit, unter dem Titel "A RELATION BETWEEN DISTANCE AND RADIAL VELOCITY AMONG EXTRA-GALACTIC NEBULAE", in dieser Veröffentlichung kommt das Hubble-Gesetz vor, welches besagt, dass bei einer Galaxie eine Proportionalität zwischen Rotverschiebung und Entfernung auftritt.
Mathematisch formuliert, lautet das Hubble-Gesetz:
cz = H0d

cz ist hier die Fluchtgeschwindigkeit, die sich aus der Lichtgeschwindigkeit c und der Rotverschiebung z zusammensetzt.
H0 ist die Hubble-Konstante
d ist die Entfernung der Galaxie

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3.2) Hubble-Konstante

Das ist die Proportionalitätskonstante aus dem Hubble-Gesetz; sie wurde später nach Edwin Hubble benannt.
Das Kürzel, der Konstante ist H0. Angegeben wird sie als Geschwindigkeit, in den Einheiten Kilometer/(Sekunde∗Megaparsec).
Als Edwin Hubble die Konstante bestimmte, waren die Methoden zur Entfernungsbestimmung durch Cepheiden in anderen Galaxien noch recht ungenau, weshalb er einen Wert für H0 von um die 500 Kilometer/(Sekunde∗Megaparsec) berechnete.
Es ist auch heute noch relativ schwierig, H0 präzise zu bestimmen, da die Galaxien eine Eigenbewegung haben, die das Messen erschwert.
Wegen dieser Messungenauigkeiten waren die Astronomen jahrelang in zwei konkurrierende Lager gespalten. Für die beiden unterschiedlichen Gruppen stehen einerseits Allan Sandage und Gustav Tammann, die einen Wert von H0≅ 50 propagierten, und als "Gegner" war Gerard de Vaucouleurs, der einen Wert von H0≅ 100 befürwortete.
Mittlerweile sind die Namen der Wissenschaftler geändert: es tauchen die Namen von Wendy Freedmann, Adam Riess und Saul Perlmutter auf, doch das Thema wird immer noch heiß debattiert.
Eine Reihe unterschiedlicher Messungen der Hubble-Konstanten kommt heutzutage auf Werte zwischen 70 und 80 km/s/Mpc.

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3.2.1) Cepheiden

Cepheiden, sind Sterne, die pulsieren, man zählt sie daher zu den Pulsationsveränderlichen. Ihren Namen verdanken sie δ Cephei im Sternbild Cepheus. Sie werden genutzt, um Entfernungen zu bestimmen und dienen als Standardkerzen.
Mit Hilfe der Perioden-Leuchtkraft-Beziehung, die von Henrietta Leavitt entdeckt wurde, kann man die absolute Helligkeit der Cepheiden bestimmen. Diese kann man dann in die Distanzgleichung einsetzen und somit die Entfernung berechnen. Die Distanzgleichung lautet:

D = 10(m − M + 5) ⁄ 5

m ist die scheinbare Helligkeit (sie wird mit Teleskopen gemessen)
M ist die absolute Helligkeit (bei Cepheiden wird sie über die Perioden-Leuchtkraft-Beziehung berechnet)
D ist die Entfernung
Diese Gleichung ist grundsätzlich bei allen kosmischen Objekten anwendbar, bei bekanntem M kann daraus die Entfernung abgeleitet werden.
Edwin Hubble nutzte die Cepheiden, um zu belegen, dass sich die "Spiralnebel" außerhalb der Milchstraße befinden und eigene Sternsysteme (Galaxien) darstellen. Auch heute noch werden sie als Standardkerzen für die Entfernungsbestimmung genutzt, vor allem um die Hubble-Konstante genauer zu bestimmen.

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3.2.2) Supernovae Typ Ia

Supernovae vom Typ Ia werden ähnlich wie die Cepheiden zur Entfernungsmessung genutzt. Supernovae von diesem Typ können nur in binären Systemen entstehen, bei dem der eine Stern ein Weißer Zwerg und der andere Stern ein Roter Riese ist.
Wenn in einem solchen Sternsystem der Rote Riese eine bestimmte Größe (Roche-Grenze) überschreitet, strömt Materie vom Roten Riesen auf den weißen Zwerg über. Wird dabei eine bestimmte Masse des Weißen Zwerges überschritten, explodiert er als Supernova Typ Ia. Das besondere an diesem Vorgang ist nun, dass die absolute Helligkeit bei allen Supernovae dieses Typs gleich ist und man somit über die Distanzgleichung die Entfernung bestimmen kann.

Was passiert, wenn eine Supernova explodiert? (aus der Fernsehreihe Alpha Centauri)

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3.3) Rotverschiebung von Quasaren

Anfang der Sechziger Jahre kannte man starke Radioquellen, die auf optischen Fotoplatten wie schwach leuchtende Sterne aussahen. Bezeichnungen wie 3C48 oder 3C273 für diese Quellen gehen auf einen Katalog von Radioquellen des Cambridge-Observatoriums (3. Cambridge-Katalog) zurück. Die aufgenommmenen Spektren dieser Quellen zeigten optische Emissionslinien, die bei Frequenzen strahlten, wo man sie keinem bekannten Atom oder Molekül zuordnen konnte.
Im Jahr 1963 gelang es dem Astrophysiker
Maarten Schmidt am amerikanischen Palomar-Observatorium, diese Spektrallinien bei der Quelle 3C273 zum ersten Mal richtig zu deuten. Er konnte nachweisen, dass sie zum Spektrum des Wasserstoffs, des häufigsten Elements im Universum, gehörten, dass sie aber um 16% zum roten Ende des Spektrums hin verschoben waren. Bei 3C48 sind die Spektrallinien sogar um fast 40% zum Roten hin verschoben.
Diese Art von Himmelsobjekten wurde später als Quasar (QUAsistellARe Radioquelle) bezeichnet. Heute wissen wir, dass es sich dabei um extrem hell leuchtende Zentralregionen von fernen Galaxien handelt, die über Entfernungen von mehreren Milliarden Lichtjahren hinweg beobachten werden können.

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4) Wichtige Persönlichkeiten

Dieses Kapitel handelt von den Wissenschaftlern, die eine bedeutende Rolle in der Entwicklung der Astronomie spielen oder gespielt haben und beim Thema " Rotverschiebung " eine Rolle spielen. Zu jedem dieser Wissenschaftler werde ich versuchen wenigstens ein paar Sätze zu schreiben, um einen kleinen Eindruck von diesen Wissenschaftlern zu geben und der Arbeit die sie leisten oder geleistet haben. Weitere Informationen sind über externe Links nachlesbar, die unter den jeweiligen "Kurzbiographien" der Wissenschaftler stehen.

4.1) Edwin P. Hubble

 (∗20.November 1889 – † 28.September 1953)

Hubble

Edwin Hubble. Bild: Carnegie Institution of Washington (Bruce Medal 1938).

weitere Informationen Hubble (wikipedia)

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4.2) Christian A. Doppler  

(∗29.November 1803 – † 17.März 1853)

Doppler

Christian Doppler. Bild: wikipedia (University of St. Andrews, Scotland )


Christian Andreas Doppler wurde am 29.November 1803 geboren, sein Vater war Steinmetz. Doppler jedoch konnte wegen körperlicher Schwierigkeiten nicht den Beruf seines Vaters ergreifen, so begann er zu studieren.
1842 veröffentlichte er seine Arbeiten über den Dopplereffekt, 1843 dann eine Arbeit über die Farben von Doppelsternen.

weitere Informationen zu Doppler (wikipedia)

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5) Aktuelle Beispiele

Hier seien zwei Beispiele aus der Arbeit des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie genannt, bei denen es um Galaxien mit hoher Rotverschiebung geht.
Das erste betrifft die Galaxie 3C403. Andrea Tarchi und seine Kollegen haben Wasser in dieser Galaxie gefunden, die bei einer Rotverschiebung von z=0,056 ca. 750 Millionen Lichtjahre entfernt ist (wenn man H0=75 für die Hubble-Konstante annimmt).
Das zweite Objekt, der Quasar J1148+5251, liegt noch wesentlich weiter entfernt. Mit einer Rotverschiebung von z=6,42 war er zeitweise sogar der Rekordhalter mit der größten bekannten Rotverschiebung, obwohl der inzwischen für die Galaxie Abell1835 IR1916 sogar bei z=10 liegt. Bei J1148+5251 haben Frank Bertoldi und seine Kollegen sowohl das Gas Kohlenmonoxid (CO) als auch Staub in riesiger Entfernung gefunden.

6) Quellen

Eine Reihe von Informationen über dieses Thema stammt aus den deutschen und englischen Seiten von wikipedia. Einige biographische Links zu wichtigen Persönlichkeiten sind im Anschluss genannt.

Als weitere Literaturquelle wurde eine Biographie über Edwin Hubble und die Geschichte der Rotverschiebung benutzt:
Alexander S. Sharov & Igor D. Novikov: "Edwin Hubble. Der Mann, der den Urknall entdeckte", Birkhäuser Verlag 1993.

Edwin Hubble   (englisch)

Henrietta Leavitt (∗4.Juli 1868 – † 12.Dezember 1921)

George E. Lemaître (∗17.Juli 1894 – † 20.Juni 1966)

Maarten Schmidt (∗28.Dezember 1929)

Vesto M. Slipher (∗11.November 1875 – † 1969)

Adam Riess (englischsprachiges wikipedia)

Wendy Freedman (in Englisch)

Saul Perlmutter (englischsprachiges wikipedia)(∗ 1959)

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Version 1.0: 11.04.08 Anna Adamek, Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium, Hilden.

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Last modified by njn on Tuesday, April 22nd, 2008.
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