Mittwoch, 4. Mai 2005

Dipl.-Phys. Hauke Voß

Staubige Galaxien im frühen Universum




Staub, also kleine Partikel aus Mineralien, Eis und anderen Molekülen, existierte nicht von Anfang an in unserem Universum. Chemische Elemente, die schwerer sind als Lithium und aus denen der Staub zu einem guten Teil besteht, entstanden nicht direkt nach dem Urknall. Sie wurden in den Fusionsreaktoren der ersten Sterne erbrütet oder beim Sterben der massereichsten dieser Sterne in Supernovae gebildet. Wann genau sich diese sogenannten Population-III-Sterne gebildet haben, läßt sich derzeit fast nur aus recht unsicheren Modellrechnungen vorhersagen.

Das Max-Planck Millimeter Bolometer Array (MAMBO) ist ein Instrument, welches prinzipiell in der Lage ist, den Staub bis hinaus in die Kinderstube des Universums zu entdecken. Tatsächlich sehen wir in tiefen Durchmusterungen sogenannter "blank fields" eine Klasse staubiger Galaxien, welche mit derzeitigen Instrumenten in anderen Wellenlängenbereichen schwer oder gar nicht detektiert werden können. Auch wenn es noch nicht möglich ist, anhand der MAMBO-Messungen die Periode der Staubentstehung genauer zu bestimmen, so ergeben sich aus der Zahl und der Leuchtkraft der staubigen Galaxien wichtige Einschränkungen für die Modellrechnungen, die unser Verständnis für die Entstehung des Universums verbessern.




Biographische Angaben:
Dipl.-Phys. Hauke Voß hat sein Physikstudium an der Universität Bonn mit einer Diplomarbeit zum Thema "Modeling the star formation history of the universe to compare with mm and sub-mm deep field surveys" abgeschlossen. Seit dem Jahr 2003 arbeitet er als Doktorand am Max-Planck-Institut für Radioastronomie zum Thema "The Nature of the Far-Infrared/Millimeter Background Population".



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