Dipl.-Phys. Hauke Voß
Staubige Galaxien im
frühen Universum
Staub, also kleine Partikel aus Mineralien, Eis und
anderen
Molekülen, existierte nicht von Anfang an in unserem Universum.
Chemische Elemente, die schwerer sind als Lithium und aus denen der
Staub zu einem guten Teil besteht, entstanden nicht direkt nach dem
Urknall. Sie wurden in den Fusionsreaktoren der ersten Sterne
erbrütet oder beim Sterben der massereichsten dieser Sterne in
Supernovae gebildet. Wann genau sich diese sogenannten
Population-III-Sterne gebildet haben, läßt sich derzeit fast
nur aus recht unsicheren Modellrechnungen vorhersagen.
Das
Max-Planck Millimeter Bolometer Array (MAMBO)
ist ein Instrument, welches prinzipiell in der Lage ist, den Staub bis
hinaus in die Kinderstube des Universums zu entdecken. Tatsächlich
sehen wir in tiefen Durchmusterungen sogenannter "blank fields" eine
Klasse staubiger Galaxien, welche mit derzeitigen Instrumenten in
anderen Wellenlängenbereichen schwer oder gar nicht detektiert
werden können. Auch wenn es noch nicht möglich ist, anhand
der MAMBO-Messungen die Periode der Staubentstehung genauer zu
bestimmen, so ergeben sich aus der Zahl und der Leuchtkraft der
staubigen Galaxien wichtige Einschränkungen für die
Modellrechnungen, die unser Verständnis für die Entstehung
des Universums verbessern.
Biographische Angaben:
Dipl.-Phys. Hauke
Voß
hat sein Physikstudium an der Universität Bonn mit einer
Diplomarbeit zum Thema "Modeling the star formation history of the
universe to compare with mm and sub-mm deep field surveys"
abgeschlossen. Seit dem Jahr 2003 arbeitet er als Doktorand am
Max-Planck-Institut für Radioastronomie zum Thema "The Nature of
the Far-Infrared/Millimeter Background Population".
public_at_mpifr-bonn.mpg.de