Das
100-m-Radioteleskop des Max-Planck-Instituts
für Radioastronomie legt in einem Bachtal unmittelbar an der
Grenze der Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.
Vom Besucherparkplatz zwischen den Eifeldörfern Effelsberg und
Lethert, die beide zur Ortsgemeinde Bad Münstereifel gehören,
sind es ungefähr 15 Minuten Fußweg bis zum
Informationspavillon
des Radioteleskops.
Planetenweg am Radioteleskop: Tafel "Erde".
Den Fußweg entlang verläuft seit Herbst 2004
ein knapp 800 m langer Planetenwanderweg mit Informationstafeln zu den
Planeten unseres Sonnensystems und zur Sonne selbst. Er beginnt
unmittelbar am Parkplatz mit dem Zwergplaneten Pluto,
führt über das äußere Sonnensystem mit vier
Gasplaneten ins innere Sonnensystem mit vier Felsplaneten, zu denen auch
unsere Erde gehört. Es endet mit einem Modell der
Sonne (Betonkugel von knapp 40 cm Durchmesser) direkt am
Besucherpavillon des Radioteleskops.
Der
Radioteleskopweg von Bad Münstereifel-Zentrum bis zum Besucherpavillon
am Radioteleskop Effelsberg, dessen letztes Teilstück der
Planetenweg darstellt, ist gekennzeichnet durch ein grünes Teleskopsymbol
auf weißem Grund:
Hinweisschild "Radioteleskopweg"
Im folgenden dazu einige Informationen, die auch auf den
Schautafeln des Planetenwanderwegs enthalten sind:
Unser Sonnensystem ist auf der Strecke vom Parkplatz bis zum
Besucherpavillon dargestellt. Dadurch ergibt sich ein Maßstab von
1 : 7,7 Milliarden. 1 cm entspricht 77000 km oder
dem 6-fachen Erddurchmesser. In diesem Maßstab ist Pluto 766
Meter von der Sonne entfernt.
Damit die kleinen Planeten erkennbar sind, werden
Planeten und Sonne im etwas kleineren Maßstab 1: 3,6
Milliarden dargestellt. Auf allen Planetentafeln wird zum
Größenvergleich zusätzlich die Sonne mit einem Bogen
angedeutet.
Bei der Generalversammlung der
Internationalen Astronomischen Union (IAU)
im August 2006 in Prag wurde der Begriff "Planet" erstmals genauer definiert.
Danach gibt es nun
acht Planeten in unserem Sonnensystem (Merkur, Venus,
Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und
Neptun), während Pluto wie auch Ceres im Asteroidengürtel
zwischen Mars und Jupiter und der erst 2005 entdeckte
Eris
zur neuen Klasse der Zwergplaneten gehören.
Der Planetenweg am Radioteleskop, bei dem Pluto den Startpunkt auf dem
Besucherparkplatz markiert, wird sich nicht ändern. Bei den
Vorträgen
im Besucherpavillon könnte der Merkspruch
für die Planeten aber künftig heißen:
"Mein Vater Erklärt Mir Jeden
Sonntag Unseren Nachthimmel."
Pluto
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Der Planetenweg startet mit dem
Zwergplaneten Pluto
( Wie Pluto zum Zwergplaneten wurde).
Seine mittlere Entfernung zur Sonne beträgt knapp 6 Milliarden
Kilometer. Er hat einen Durchmesser von nur 2300 km (im Maßstab: 0,64
mm) und ist damit deutlich kleiner als der Erdmond (3476 km).
Für einen Umlauf um die Sonne benötigt Pluto 248 Jahre. Ein
Pluto-Tag, d.h. eine volle Rotation um die eigenen Achse, dauert ca.
6,5 Erdentage. Die Temperatur an der Oberfläche liegt bei 40
Kelvin oder -233º Celsius. Pluto wird von dem Mond Charon
begleitet. Beide rotieren synchron,
d.h. stets die selben Seiten sind einander zugewandt.
Pluto wurde erst im Jahr 1930 entdeckt. Im November 2005 wurden zwei
weitere Monde von Pluto (Nix und Hydra) mit dem Hubble-Teleskop gefunden.
Bild: W. Buie et al., Lowell
Observatory (APOD
09.04.2000) |
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Neptun
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Der äußerste Planet, Neptun,
gehört
zu den
Gasriesen. Er hat einen Durchmesser von knapp 50000 km (im
Maßstab: 1,37 cm) und ist im Mittel 4,5 Milliarden Kilometer von
der Sonne entfernt.
Neptun benötigt 164 Jahre für einen Umlauf um die Sonne. Der
Neptun-Tag ist kürzer als der Erden-Tag; er braucht nur 18 Stunden
für eine volle Rotation um die eigene Achse. Die Wolkentemperatur
schwankt um -170º Celsius. Zur Zeit sind 13 Monde bekannt.
Neptun wurde im Jahr 1846 von Johann Gottfried Galle entdeckt.
Bild:
L. Sromovsky et al., NASA
(APOD 26.06.2004)
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Uranus
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Auch Uranus gehört zu den Gasriesen. Er hat
einen
Durchmesser von
etwas mehr als 50000 km (im Maßstab: 1,42 cm) und ist im Mittel
2,9 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt.
Uranus benötigt 84 Jahre für einen Umlauf um die Sonne. Der
Uranus-Tag dauert nur knapp 16 Stunden. Die Temperatur der Wolken liegt
bei -193º Celsius, ist also niedriger als bei Neptun. Zur Zeit
sind 27 Monde bekannt.
Uranus wurde im Jahr 1781 von Friedrich Wilhelm Herschel entdeckt.
Bild: Voyager 2, NASA (APOD
26.08.2001) |
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Saturn
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Der Ringplanet
Saturn gehört ebenfalls zu den
Gasriesen. Er hat
einen Durchmesser von 120000 km (im Maßstab: 3,35 cm) und ist im
Mittel 1,4 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt.
Saturn benötigt 29 Jahre für einen Umlauf um die Sonne. Der
Saturn-Tag dauert nur ca. 10 Stunden. Die Wolkentemperatur liegt bei
-125º Celsius. Zur Zeit sind 62 Monde bekannt (Stand Januar 2011).
Der Planet Saturn war bereits im Altertum bekannt; er ist auch mit
bloßem Auge am Himmel sichtbar. Bild:
Cassini, NASA/ESA (APOD
01.03.2004)
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Jupiter
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Der Planet Jupiter ist der größte
Planet im
Sonnensystem. Er
hat einen Durchmesser von 143000 km (im Maßstab: 4,0 cm) und ist
im Mittel 780 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt.
Jupiter benötigt 12 Jahre für einen Umlauf um die Sonne. Der
Jupiter-Tag dauert nur gut 9 Stunden. Die Wolkentemperatur liegt bei
-120º Celsius. Zur Zeit sind 65 Monde bekannt, noch die meisten im
Sonnensystem.
Der Planet Jupiter ist seit dem Altertum bekannt und mit bloßem
Auge am Himmel sichtbar.
Bild: Cassini, NASA/ESA (APOD
14.11.2003) |
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Mars
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Der Planet Mars ist der äußere
Nachbarplanet
der Erde. Er
hat einen Durchmesser von 6800 km (im Maßstab: 0,2 cm) und ist
ca. 230 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt.
Mars benötigt knapp 2 Jahre für einen Umlauf um die Sonne.
Der Mars-Tag ist geringfügig länger als ein Erd-Tag. Die
Oberflächentemperatur liegt im Mittel bei -63º Celsius. Den
Mars umkreisen zwei Monde, Deimos und Phobos, beides Felsbrocken mit
nur wenigen km Durchmesser.
Der Planet Mars ist seit dem Altertum bekannt und mit bloßem Auge
am Himmel sichtbar.
Bild: J. Bell et al., NASA (APOD
27.08.2003) |
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Erde
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Die Erde hat einen Durchmesser von knapp 13000 km
(im
Maßstab:
0,35 cm) und ist im Mittel 150 Millionen Kilometer von der Sonne
entfernt.
Sie benötigt 1 Jahr für einen Umlauf um die Sonne und dreht
sich in 24 Stunden (1 Tag) einmal komplett um ihre eigene Achse. Die
mittlere Oberflächentemperatur liegt bei 15º Celsius. Die
Erde wird von einem relativ großen Mond von 3500 km Durchmesser
in einem mittleren Abstand von 384000 km (im Maßstab des
Planetenwegs: 5 cm) umkreist.
Bild: R. Stockli et al., NASA
(APOD
26.04.2003) |
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Venus
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Der Planet Venus ist der innere Nachbarplanet der
Erde.
Er hat einen
Durchmesser von ca. 12000 km (im Maßstab: 0,34 cm) und ist ca.
110 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt.
Die Venus benötigt 224 Tage für einen Umlauf um die Sonne.
Der Venus-Tag ist sogar etwas länger als ein Venus-Jahr: 243 Tage.
Die Oberflächentemperatur liegt im Mittel bei 482º Celsius.
Venus hat keine Monde.
Sie ist ebenfalls seit dem Altertum bekannt und leicht mit bloßem
Auge am Himmel sichtbar.
Bild: Galileo, NASA/ESA (APOD
29.09.2002) |
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Merkur
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Der Planet Merkur steht der Sonne am
nächsten. Er
hat einen
Durchmesser von knapp 5000 km (im Maßstab: 0,14 cm) und ist nur
58 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt.
Merkur benötigt 88 Tage für einen Umlauf um die Sonne. Der
Merkur rotiert in 59 Tagen einmal um seine Achse. Die
Oberflächentemperatur schwankt zwischen +430º und -170º
Celsius; im Mittel liegt sie bei 180º Celsius. Merkur hat keine
Monde.
Er ist seit dem Altertum bekannt, steht aber immer in Sonnennähe
und ist nicht leicht zu finden.
Bild: Mariner 10, NASA (APOD
12.09.2004)
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Sonne
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Die Sonne ist unser Heimatstern. Sie hat einen
Durchmesser von 1,4
Millionen Kilometern (im Maßstab 39 cm) und eine
Oberflächentemperatur von knapp 6000º Celsius.
Tief im Inneren der Sonne wird Energie durch Kernfusion (Verschmelzung
von Wasserstoff zu Helium) erzeugt. Der Energievorrat der Sonne reicht
für insgesamt 10 Milliarden Jahre.
Mit der Sonne sind wir im Zentrum unseres Planetensystems angelangt.
Der nächste Nachbarstern, Alpha Centauri, wäre im
Maßstab des Planetenwanderwegs bereits 5300 km entfernt!
Bild: SOHO, NASA (APOD
01.03.2001)
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Bildnachweis
Die Abbildungen von Sonne und Planeten sind aus dem
Bilderarchiv des
Astronomy
Picture of the Day der NASA entnommen.
Dabei handelt es sich im einzelnen um folgende Links (Text in
englischer Sprache):
Sonne,
Merkur,
Venus,
Erde,
Mars,
Jupiter,
Saturn,
Uranus,
Neptun,
Pluto.
Monde der großen Planeten
Die Zahl der bekannten Monde der Riesenplaneten im
Sonnensystem (Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun) hat sich in der
Vergangenheit ständig vergrößert. Durch Planetensonden
(Voyager 1 und 2, Galileo, Cassini), aber auch durch die Verbesserung
der Beobachtungstechnik von der Erde aus, sind zahlreiche kleine
Objekte mit nur wenigen Kilometern Durchmesser neu aufgefunden worden.
Die oben angegebenen Zahlen beziehen sich auf den Stand
vom August 2011; vollständige Tabellen mit Helligkeiten, Bahndaten
und auch neu entdeckte Monde finden sich unter der folgenden Adresse:
The
Giant Planet Satellite and Moon Page
(Scott Sheppard; in englischer Sprache).
MPIfR Home
deutsch
/
english
http://www.mpifr-bonn.mpg.de/public/planweg.html
Last modified by njn on Wednesday, August 17th, 2011.
public_at_mpifr-bonn.mpg.de