Sagittarius B2



Sagittarius B2 ist die größte Molekülwolke in der Nähe des galaktischen Zentrums. Ihre Entfernung zur Erde beträgt ca. 27.000 Lichtjahre. Mit einer Dichte von 3000 Atomen¹ pro cm³ ist Sagittarius B2 20-40 mal so dicht wie eine typische Molekülwolke. Die Temperaturen in Sagittarius B2 schwanken sehr stark. In den Gebieten aktiver Sternenentstehung liegt die Temperatur bei etwa 30 Grad Celsius¹, in den umgebenden Gebieten liegt sie nur noch bei etwa -230 Grad Celsius¹. Außerdem findet man in Sagittarius B2 eine Vielzahl von HII-Gebieten, die sehr dicht beieinander liegen. Zusammen mit der großen Entfernung führt dies dazu, dass Sagittarius B2 als kompakte Quelle erscheint. Die Molekülwolke ist dreigeteilt, und zwar in einen Süd- (S), Nord- (N), und Hauptteil (M). Im Zentrum von Sagittarius B2 findet man ein Sternenentstehungsgebiet, das die 10 millionenfache Leuchtkraft der Sonne hat.

Forscher des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR) haben, zusammen mit anderen Forschern, zwei neue hochkomplexe Moleküle in Sagittarius B2 entdeckt. Bei den Molekülen handelt es sich um Äthylformiat (C2H5OCHO) und um n-Propylzyanid (C3H7CN), die beide unterschiedlichen Klassen von Molekülen angehören (Ester und Alkylzyanide). Das war aber nicht die einzige Entdeckung von Forschern des MPIfR in Sagittarius B2. Sie haben außerdem noch eine Vielzahl organischer Moleküle dort entdeckt. Darunter auch ein Verwandter der einfachsten Aminosäuren (Glycin), das Aminoacetonitril.

Quellen:
1. Wikipedia (Stand 2009)

Hier ein Bild des galaktischen Zentrums, in dem sowohl Sagittarius A* als auch Sagittarius B2 zu sehen sind.
Hier ein Bild des galaktischen Zentrums, in dem sowohl Sagittarius A* als auch Sagittarius B2 zu sehen sind.
Bild von Sagittarius B2 im Submillimeterbereich (ATLASGAL).
Bild von Sagittarius B2 im Submillimeterbereich (ATLASGAL).
 
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